Die Omertà bei der Mafia – wieso MafiaLeaks helfen kann

11.11.2013

Die Mafia breitet sich aus. Was in Sizilien seinen Ursprung hat, macht schon lange nicht mehr Halt vor Staatsgrenzen. Die Mafia operiert weltweit. Auch in Deutschland. Wieso es der Justiz so schwer fällt, die organisierte Kriminalität einzudämmen - und wie MafiaLeaks hier helfen kann.

Die meisten Aktivitäten der Mafia spielen sich nicht im Hinterzimmer ab. Foto: © Eneas De Troya/

flickr

„Wer taub, blind und stumm ist, lebt hundert Jahre in Frieden“ – das sizilianische Sprichwort umschreibt den Ehrenkodex der Mafia passend, denn Gnade und Zimperlichkeit zählen nicht zu den Charaktereigenschaften der meisten Mafiosi.

Omertà – so heißt die Schweigepflicht innerhalb der Mafia. Wer doch redet, bezahlt nicht selten mit seinem Leben.

„Öffne nie deinen Mund, außer du sitzt im Zahnarztstuhl“

schreibt für den «Spiegel».Andreas Ulrichschreibt für den «Spiegel». 

Die Gründer der neuen Online-Plattform MafiaLeaks wollen dagegen ankämpfen: absolut anonym können Opfer und Insider nun Informationen über die Mafia weitergeben – zumindest hoffen das die Initiatoren.

Wie erfolgreich das Konzept ist, lässt sich nach nur wenigen Tagen kaum einschätzen.

Doch wieso ist die Mafia besonders in Italien ein Problem und warum ist es so wichtig, die Opfer zum Sprechen zu bringen? Darüber haben wir mit Andreas Ulrich gesprochen, der sich als Journalist seit Jahren mit dieser Form des organisierten Verbrechens beschäftigt.

Die Omertà ist die absolute Grundlage für die Mafia. – Andreas Ulrich