Sinti und Roma: „Die Vorurteile sitzen sehr tief und sind vielen Menschen nicht bewusst.“

09.04.2014

Sinti und Roma sind in Deutschland die unbeliebteste Minderheit. Warum halten sich Vorurteile gegen sie so hartnäckig - und welche Rolle spielen wir dabei, die Medien?

Sinti und Roma - Denkmal in Berlin – Bestimmte Vorurteile bestehen auch heute noch. Foto: Chris Grabert | Flickr | Lizenz: CC BY-SA 2.0



Sie leben in vielen Ländern verstreut und gelten als die größte Minderheit Europas: schätzungsweise 10 Millionen Roma leben in Europa, etwa 100.000 davon in Deutschland.

Ein neuer Bericht

Anlässlich des internationalen Roma-Tages haben sich mehrere Vertreter der Roma zur aktuellen Situation geäußert, um auf die Diskriminierung aufmerksam zu machen. Unter anderem veröffentlichte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International einen neuen Bericht über die Situation der Roma in Europa.

Diskriminierung an der Tagesordnung

Der Bericht zeigt: es gibt immer noch keine gerechtere Behandlung der Roma in Europa. Statt Diskriminierung zu bekämpfen, würden Politiker den Hass gegen die Minderheit sogar noch schüren. Außerdem sei das Risiko der europäischen Roma hoch, Opfer rassistischer motivierter Gewalt zu werden, geht aus dem Bericht hervor. In Ländern wie Griechenland, Frankreich und Tschechien nehme die Gewalt zu. Sinti und Roma stoßen nach wie vor auf Ablehnung und Vorurteile und seien auch in Deutschland kaum akzeptiert.

Darüber sprechen wir mit dem Politologen Markus End. Er promoviert derzeit an der Technischen Universität Berlin zu „Struktur und Funktionsweise des modernen Antiziganismus“ und forscht zur Diskriminierung der Sinti und Roma.

Die Situation der Sinti und Roma in Europa - Interview mit Politologe Markus End

Vorurteile, die in der Mehrheitsgesellschaft bestehen, sind immer noch massiv. Das muss man einfach feststellen, dass es eine tagtägliche Diskriminierung gibt: am Arbeitsplatz, im Wohnungsmarkt und dass es auch in der Mitte der Gesellschaft seinen Platz hat.