“Du bist dran mit Spülen!” – Geschlechterrollen im Haushalt: Anspruch und Wirklichkeit

12.03.2014

Schon lange verschieben sich die sog. klassischen Geschlechterrollen: Frauen bleiben immer seltener zu Hause, um allein den Haushalt zu schmeißen und Männer packen immer häufiger mit an. Trotzdem: Der Großteil der Hausarbeit bleibt an den Frauen hängen. Sind wir also noch gar nicht so weit, wie wir glauben?

“Es saugt und bläst der Heinzelmann” - rein statistisch gesehen aber eben leider seltener, als die (Heinzel-)Frau. Foto: AFP / Jack Guez

Wer in einer Partnerschaft oder Wohngemeinschaft zusammen wohnt, wird solche Diskussionen kennen: der Müll quillt über, das saubere Geschirr wird langsam knapp, und dem Bad täte Wischmop auch mal gut.

Gerne drückt man sich um das Putzen, viel lieber würde man einfach mal nichts tun. Dass das natürlich auf Dauer nicht gut geht, zeigt sich spätestens, wenn es in der Wohnung vor Staub nur so flockt und man vor einem leeren Kühlschrank steht.

„Kannst du mal noch das Bad putzen?“ – „Hab ich doch schon letzte Woche!“

forscht im Bereich Gender Studies an der LMU München.Paula-Irene Villaforscht im Bereich Gender Studies an der LMU München. 

Eine neue Studie zeigt allerdings, dass nach wie vor die Frauen den Haushalt schmeißen. Im Schnitt investieren sie doppelt so viel Zeit für das Saubermachen und Pflegen, als ihre männlichen Partner. In Fachkreisen überrascht dieser Zustand nicht wirklich, dennoch zeigt sich: die Geschlechterollen haben sich noch nicht so weit entwickelt, wie es mitunter den Anschein macht.

Trotzdem sei der eingeschlagene Weg richtig, glaubt unsere Gesprächspartnerin Paula-Irene Villa. Im Interview hat uns die Soziologin erklärt, wieso der Löwenanteil der Hausarbeit noch immer an den Frauen hängen bleibt.

Was aber sicher auch gesellschaftlich […] akzeptierter ist, ist, dass Männer auch anderes können als nur arbeiten, Geld verdienen, saufen und Sport machen. – Paula-Irene Villa