Flat Earth: Neue alte Verschwörungstheorie

Kugel oder Scheibe?

27.11.2017

Es hat sicher jeder mal die offizielle Version einer Geschichte infrage gestellt. Doch was passiert, wenn selbst grundlegende astronomische Größen, wie die Form der Erde, bezweifelt werden?

Flat Earth – Revival einer alten Überzeugung

Die Idee einer Scheiben-Welt findet sich eigentlich nur in der Fantasy-Literatur von Terry Pratchett. Dort thront die Scheibe auf den Rücken von vier Elefanten, welche wiederum auf dem Rücken einer gigantischen Schildkröte stehen, die durch den Weltraum schwimmt. Vielleicht findet auch diese Vorstellung demnächst ihre überzeugten Jünger. Denn wer glaubt, dass Allgemeinplätze wie die Kugelförmigkeit der Erde selbstverständlich sind, der irrt.

Die Anhänger der Flat Earth Theorie sind fest davon überzeugt, dass es sich hierbei um einen großen Schwindel handelt. Der Amerikaner Mike Hughes will sich deshalb mit einer selbstgebauten Rakete 550 Meter in die Luft katapultieren. Dort aufgenommene Fotos sollen beweisen: die Erde ist eine Scheibe. Der Ausgang des Unterfangens ist voraus zu sehen.  Trotzdem ist das Vorhaben, sich selbst von der Gültigkeit seiner Annahme zu überzeugen, nicht gerade typisch.

Eigentlich sind Verschwörungstheoretiker wenig daran interessiert, den Wahrheitsgehalt ihrer Theorie zu überprüfen. – Sebastian Bartoschek, Psychologe und Journalist

Skepsis und Spekulation

Denn Verschwörungstheorien arbeiten gerade damit, dass sie nicht falsifizierbar sind. Es handelt sich um Spekulationen, die vom Zweifel an der offiziellen Version eines Sachverhalts geleitet werden. Und natürlich vertuschen die Verschwörer die Wahrheit so geschickt, dass diese nicht mehr nachzuweisen ist.

Verschwörungstheorien haben einfach den ganz großen Reiz, eben sehr einfach und sehr überschaubar komplexe Zusammenhänge scheinbar zu erklären. – Sebastian Bartoschek

Über das Wesen von Verschwörungstheorien und die Flat Earth Theorie hat detektor.fm-Moderator Christian Bollert mit dem Journalist und Psycholge Sebastian Bartoschek, gesprochen.

Sebastian Bartoschek ist Journalist und Psychologe und forscht auch zu Verschwörungstheorien. Foto: Christine RuthenfranzPersonen, die hoch verschwörungsgläubig sind, haben einen massiven Zuwachs an sogenannter Selbstwirksamkeit. Das heißt, sie haben durch das Glauben an die Verschwörungstheorien, den Eindruck ihre Umwelt, ihr Leben, ihre Krisen besser und vor allem selbst managen zu können und nicht Spielball von Zufällen zu sein.Sebastian Bartoschekist Journalist und Psychologe und forscht auch zu Verschwörungstheorien. Foto: Christine Ruthenfranz 

Redaktion: Eva Weber