Flüchtlinge | Die Angst vor dem Fremden

"Wenn offenbleibt, wie es in der Zukunft weitergehen könnte"

19.10.2015

Es ist die müßige Diskussion am Kaffeetisch. Flüchtlinge aufnehmen, ja, aber … Hinter solchen Reden steckt oft Angst, sagen Sozialpsychologen. Angst vor dem Fremden. Woher kommt die und wie kann man ihr begegnen?

Rechte Ecke?

Klar, wer Brandsätze auf ein Flüchtlingsheim wirft, der kann leicht in die rechte Schublade gesteckt werden. In die der Fremdenhasser. Wie steht es aber um diejenigen, die prinzipiell deutlich liberaler ticken und dennoch von einem Limit bei der Flüchtlingsaufnahme sprechen? Sie haben Angst, sagen Wissenschaftler.

Gewalt gegenüber Schwächeren

Mit Vorbehalten gegenüber dem Fremden hat sich bereits der Sozialpsychologe Erich Fromm beschäftigt, als der Nationalsozialismus immer mehr Anhänger für sich verbuchen konnte. Der Philosoph Theodor W. Adorno hat daraus eine Theorie entwickelt, nach der Menschen eine negative Haltung gegenüber Minderheiten ausbilden, wenn sie in autoritären Strukturen aufgewachsen sind – dabei spielt es keine Rolle, ob im Elternhaus oder in der Gesellschaft. Dieses Unterdrückt-Werden bricht sich demnach Bahn in Gewalt gegenüber Schwächeren. Und geschwächt, das sind Flüchtlinge allemal.

Wie begegnet man der Angst?

Über die Angst Fremden gegenüber hat detektor.fm-Moderator Thibaud Schremser mit Prof. Ulrich Wagner von der Universität Marburg gesprochen. Der Sozialpsychologe erklärt, wie man solcher Unsicherheit im persönlichen Gespräch begegnen kann.

ulrich-wagner-uni.marburgMenschen, die Angst haben, sollten zuverlässige Informationen suchen. Prof. Ulrich Wagnerist Sozialpsychologe an der Universität Marburg. 

Redaktion: Insa van den Berg