Flüchtlinge sind in Deutschland nicht willkommen – wo liegt das Problem?

21.10.2013

Mehr als die Hälfte der Deutschen will keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen. Wovor haben wir Angst und wie kann man das Zusammenleben erleichtern?

Verspielen Aktionen wie die Mahnwache in Berlin Sympathien? Foto: © Tinet Elmgren / flickr.com

Durch die Katastrophen vor Lampedusa rückt die deutsche Asyl- und Flüchtlingspolitik immer mehr in den Vordergrund. Seitdem fordern einige Politiker und Bürger eine Reform des europäischen Asylrechts – doch die Realität sieht oft anders aus: Europa schottet sich ab.

Auch die Mehrheit der Deutschen will nicht mehr Asylbewerber aufnehmen. Häufig sind Vorurteile der Grund für diese Abwehrhaltung. So fürchten viele Bürger, dass auf Deutschland eine Flüchtlingsflut zukommt. Dabei nimmt Deutschland pro 1000 Einwohnern gerade mal 0,8 Flüchtige auf. Im europäischem Vergleich ist das nur Mittelmaß. Eine weitere Angst wird häufig von konservativen Politikern geschürt – die Flüchtlinge würden zu hohe Kosten verursachen. Allerdings machen die Kosten für Asylbewerber nur drei Tausendstel des deutschen Gesamthaushaltes aus.

Die Mahnwache in Berlin empfanden einige als Erpressung

kennt die Situation der Flüchtlinge.Katrin Hirselandkennt die Situation der Flüchtlinge. 

In die Debatte über Asylbewerber platzte der Hungerstreik in Berlin. Dort haben bis gestern 29 Flüchtlinge gestreikt und nichts gegessen oder getrunken – damit wollten sie erzwingen, dass ihre Asylanträge angenommen werden. Trotz einiger Unterstützer haben viele die Form der Aktion und die Forderungen nicht verstanden.

Wie kann man die Kommunikation zwischen Asylsuchenden und Deutschen verbessern und woher kommen die Bewerber? Darüber haben wir mit Katrin Hirseland gesprochen. Sie arbeitet für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Dort werden sämtliche Asylanträge in Deutschland bearbeitet.

Wir haben seit 2008 sehr konstant die selben Herkunftsländer. Das sind die Länder, die sie auch abends in den Nachrichten sehen: Syrien, Afghanistan, Iran, Irak. – Kathrin Hirseland, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge