Football Leaks

Unfair Play

05.11.2018

Die Football Leaks enthüllen Pläne für eine Eliteliga der besten Clubs Europas. Ob die Super League kommt, weiß Journalist Michael Wulzinger.

Mal wieder Football Leaks

Bereits im letzten Jahr haben SPIEGEL-Journalisten ein Buch über die Football Leaks veröffentlicht. Schon damals war die Aufregung groß über die Machenschaften der europäischen Top-Clubs. Jetzt hat dasselbe Team neue Daten erhalten. Die ersten Erkenntnisse wurden mit der aktuellen SPIEGEL-Ausgabe publik gemacht.

Wir haben von unserem Informanten, den wir John nennen, seit zweieinhalb Jahren Material zugespielt bekommen. Und zunächst waren wir erst mal von der schieren Menge der Daten überfordert. – Michael Wulzinger, SPIEGEL

Der Whistleblower John hatte damals Details über Steuerhinterziehungen und illegale Absprachen im Profisport an die Journalisten weitergegeben. Doch die neuen Football Leaks offenbaren ein noch größeres Projekt der besten Fußball-Clubs: die sogenannte Super League.

Super League

Real Madrid ruft Anfang 2016 mit anderen Fußballclubs eine Task Force ins Leben. Diese soll sich zuerst mit der Gründung einer Super League beschäftigen. Die sieben besten europäischen Fußballvereine planen damit eine eigene Liga. Ganz unabhängig von den nationalen Ligen und der von der UEFA organisierten Champions League.

Auswärtsspiele wären dann womöglich sogar auf einem anderen Kontinent. Kein normaler Fan kann es sich dann noch leisten, auf irgendwelche Auswärtsspiele zu fahren. – Michael Wulzinger

Gerade deswegen ist der Plan für Top-Vereine wie etwa Bayern München so interessant. Denn für sie würde die Super League sehr viel mehr Einnahmen durch TV- und Werbegelder bedeuten. Jetzt sind die Pläne anscheinend wieder vom Tisch. Doch die Drohkulisse der Vereine bleibt bestehen. Denn eine Champions League ohne die 16 besten Teams würde sich niemand mehr ansehen.

Investigative Recherche

Das Recherche-Netzwerk European Investigative Collaborations hat acht Monate lang etwa 3,4 Terabyte Daten ausgewertet. Etwa 80 Rechercheure haben das umfangreiche Material gesichtet. Aus Deutschland war neben dem SPIEGEL außerdem der NDR daran beteiligt.

Ein Mitglied des SPIEGEL-Teams ist der Journalist Michael Wulzinger. Was das Datenleck für den Profifußball bedeutet, wie die Recherche abgelaufen ist und was die Konsequenzen der Veröffentlichung sind, hat er detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt erklärt.

SPIEGEL-Redakteur Michael WulzingerWir gucken immer noch gerne Fußball, aber wir gucken anders darauf.Michael Wulzingerhat beim SPIEGEL an der Veröffentlichung der Football Leaks mitgearbeitet 

Redaktion: Rewert Hoffer