Forschungsquartett | Grenzen der Mobilität?

Wie wir uns über den Globus bewegen

25.09.2018

Wir treffen uns in Cafés, Bars und bei Freunden, reisen durch Südostasien und klettern in den Anden. Die menschliche Mobilität schien nie so grenzenlos wie im 21. Jahrhundert. Doch an wie vielen Orten halten wir uns regelmäßig auf? Und was sagt das über den Menschen als soziales Wesen aus?

Tracking von 40.000 Menschen

Für 15 Euro mit dem Flieger nach London oder für 300 nach New York – hin und zurück. Noch nie war es so billig und so einfach die Welt zu bereisen. Ob Kamtschatka, Tokyo oder das Amazonasgebiet – wer wirklich will, kommt überall hin.

Doch wie bewegen wir uns tatsächlich über den Globus? Und wie viele Orte besuchen wir überhaupt regelmäßig? Das haben sich Wissenschaftler der Technischen Universität Lyngby bei Kopenhagen gefragt und eine umfangreiche Studie durchgeführt. 40.000 Menschen haben daran teilgenommen und ihre Bewegungsdaten über eine App bis zu 24 Monate lang an die Wissenschaftler übermittelt.

Zusammenhang zwischen Mobilität und sozialer Kognition

Herausgekommen ist eine Studie, die viel über den Menschen als soziales Wesen verrät. So zeigen die Untersuchungen, dass sich die Versuchspersonen durchschnittlich an 25 Orten regelmäßig aufhalten. Darunter fallen der Arbeitsplatz, Restaurants oder die Wohnungen von Freunden. Ab wann aus einem bloßen Aufenthalt ein Ort im Sinne der Forscher wird, hängt vor allem an der Aufenthaltsdauer ab. Erst wenn man sich mindestens zehn Minuten an einem Punkt aufgehalten hat, haben die Wissenschaftler das als besuchten Ort definiert.

Es waren in dem riesigen Pool an Teilnehmern auch Menschen dabei, die weit mehr Orte als die durchschnittlichen 25 besucht haben. Dabei haben die Wissenschaftler einen positiven Zusammenhang zwischen Menschen gefunden, die viele Orte besuchen und viele Freunde haben. Das heißt: Wer mehr Orte besucht, hat auch mehr Freunde und umgekehrt. Es besteht also eine Verbindung zwischen menschlicher Mobilität und der sozialen Kognition.

Über weitere Erkenntnisse der Studie haben sich detektor.fm-Moderator Lars-Hendrik Setz und detektor.fm-Redakteur Philipp Weimar unterhalten.

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