Forschungsquartett | Wie reformfreudig sind die Deutschen?

31.01.2013

Reformen bedeuten für die Bürger oft schmerzhafte Einschnitte. Zumindest kurzfristig – auf lange Sicht erleichtern sie im besten Fall das Leben aller. Dennoch wehrt sich mancher mit Händen und Füßen gegen Reformen, während andere dafür offener sind. Wie lässt sich das erklären?

Nach Reformen muss manch einer eine Suppe auslöffeln, die andere ihm eingebrockt haben. Foto: © Timur Emek/dapd

Volkswirtschaftler vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim.Friedrich HeinemannVolkswirtschaftler vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim. 

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, das gilt im Privatleben genauso wie bei der großen Politik. Vielleicht stoßen deshalb politische Reformen oft auf erbitterten Widerstand. Ein anderer Grund ist, dass Reformen häufig für die Bürger mit Nachteilen verbunden sind: Zum Beispiel wenn Menschen dadurch weniger Leistungen vom Staat bekommen.

Weitere Reformen sind nötig

Dennoch muss die Politik auch in den kommenden Jahren die Wähler überzeugen, dass weitere Reformen sinnvoll und nötig sind, sagen Wissenschaftler vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim. Etwa beim Rentensystem, in Sachen Energiewende oder bei der Gesundheitspolitik.

Und eben weil Reformen so schwierig durchzusetzen sind, haben die Forscher in einer Studie gefragt: Warum sind manche Menschen offen für Reformen und andere nicht? Wie lassen sich Menschen für Reformen gewinnen? Lehnt Reformen nur ab, wer persönliche Einschnitte befürchtet?

Ganz so einfach ist es nicht – die Resultate der Befragungen waren zum Teil durchaus überraschend. Die Deutschen – ein Volk von Reformmuffeln? Friedrich Heinemann ist einer der Autoren der Studie. Im Beitrag erklärt er die Ergebnisse.

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