Frag den Staat | OpenSchufa

Wie entscheidet die Schufa eigentlich?

04.12.2018

Wer eine Wohnung mieten oder einen Vertrag abschließen will, kommt schnell mit der Schufa in Kontakt. Aber wie berechnet die überhaupt, wer kreditwürdig ist – und wer nicht?

Schutzgemeinschaft für Kreditsicherung?

Die Schufa (Kurzform für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist ein privates Unternehmen, das mithilfe von Kundendaten einschätzt, ob jemand kreditwürdig ist. Auf dieser Grundlage wird dann entschieden, ob ein Vertrag geschlossen oder ein Kredit vergeben werden soll. Die Daten von mehr als 67 Millionen Verbrauchern befinden sich demnach im Besitz der Wirtschaftsauskunftei.

Die Schufa hat so viele Daten, so viel Macht, dass sie sich im Prinzip in vielen Bereichen so verhält wie eine Behörde. – Arne Semsrott, Frag den Staat

Transparenz durch OpenSchufa

Das System, durch das die Schufa die Kreditwürdigkeit einstuft, ist aber nicht bekannt. Eine Klage von 2013 auf Offenlegung des Schufa-Algorithmus wurde vom Bundesgerichtshof zurückgewiesen. Grund: Betriebsgeheimnis. Mit dem Projekt OpenSchufa möchten die Organisationen Open Knowledge Foundation Deutschland (OKF) und AlgorithmWatch jetzt aber mehr Transparenz schaffen und den Algorithmus hinter der Schufa-Auskunft verstehen.

Jung, männlich, riskant

Ungefähr 2 800 Menschen haben ihre Schufa-Auskunft an das Projekt gesendet. Die Daten gewähren somit einen Einblick in ein teilweise willkürliches System, das bestimmte Gruppen an Verbrauchern benachteiligt. Oft kommt es zu einer falschen Analyse von Daten. Junge Männer gelten zum Beispiel als höherer Risikofaktor im Vergleich mit anderen Gruppen.

Die Daten zeigen, dass man einen schlechten Score kriegt, ohne dass [negative Merkmale] vorliegen. – Arne Semsrott

Über die Ergebnisse des Projekts OpenSchufa spricht detektor.fm-Moderator Christian Erll mit Arne Semsrott von Frag den Staat.

Arne Semsrott, Projektleiter bei FragDenStaat.deWir brauchen da erst einmal Transparenz, um überhaupt eine größere gesellschaftliche Debatte darüber zu führen.Arne Semsrottist neben seiner Tätigkeit bei Frag den Staat auch am Projekt OpenSchufa beteiligt. 

Redaktion: Mona Kellermann


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