Frag den Staat | Wie läuft es bei „Topf Secret“?

"Transparenz ist immer noch die beste Werbung"

12.03.2019

Wie sieht es bei meinem Dönerladen des Vertrauens eigentlich in der Küche aus und wie ernst nimmt es der Bäcker um die Ecke mit der Hygiene? Bei solchen Fragen hilft die Plattform "Topf Secret". Nach zwei Monaten haben wir mal nachgefragt, wie gut das Projekt funktioniert und wo die Probleme liegen.

Eine saubere Sache

Wie steht es um die hygienischen Bedingungen in meinem Lieblingsrestaurant? Die Antwort auf diese Frage kennen die Lebensmittelbehörden. Und einen Einblick in deren Akten kann man mit Hilfe von „Topf Secret“ erhalten. Denn die von Foodwatch und FragdenStaat.de ins Leben gerufene Online-Plattform sendet standardisierte Anfragen an die Lebensmittelbehörden. Die Antwort erhält man dann nach spätestens einem Monat. Dadurch soll mit der Zeit eine umfangreiche Sammlung von Hygieneberichten entstehen.

Eine erste Bilanz

So weit zumindest die Theorie. In der Praxis haben die Betreiber von „Topf Secret“ seit dem Start vor zwei Monaten einige Probleme erkannt. So kritisiert unter anderem der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) die Plattform, die eigentlich nur mehr Transparenz erzeugen soll.

Der DEHOGA ist leider ein Verband, der Angst davor hat, dass durch die Veröffentlichung der Lebensmittel-Kontrollberichte ein Online-Pranger entsteht. – Stefan Wehrmeyer, FragdenStaat.de

Auch die Lebensmittelbehörden stehen den Anfragen kritisch gegenüber. Dabei werden alle Anträge auf Informationen durch das Verbraucherinformationsgesetz legitimiert. Und der Bedarf an Informationen ist groß. Schließlich haben bisher etwa 13.000 Nutzer rund 20.000 Anfragen gestellt.

Über die Erfahrungen, die er bisher mit „Topf Secret“ gemacht hat, spricht Stefan Wehrmeyer von FragdenStaat.de mit detektor.fm-Moderatorin Marie Landes. Er betreibt die Plattform zusammen mit einigen anderen Aktivisten.

ÄrzteEs geht einfach darum, dass Nutzer ihr Recht auf Information wahrnehmen können.Stefan Wehrmeyermöchte mit "Topf Secret" für mehr Transparenz in der Gastroindustrie sorgen. 

Redaktion: Florian Lehmann


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