Frauen bekommen weniger Rente

Der Gender-Pension-Gap

Frauen erhalten durchschnittlich ein ganzes Viertel weniger Rente als Männer. Spätestens, wenn Frauen ein Kind bekommen, geht’s mit der Versorgung im Alter bergab.

Gleichstellung der Geschlechter in Deutschland?

… das ist wohl weiterhin eine Illusion. Unter anderem äußert sich das in der Rentenauszahlung. Frauen bekommen im Schnitt ein Viertel weniger Rente als Männer. Das haben Forscher und Forscherinnen der Universität Mannheim und der Tilburg University herausgefunden.

Angenommen eine Frau und ein Mann treten gleichzeitig mit 67 Jahren in die Rente ein, dann bekommt die Frau im Monat etwa 140 Euro weniger. Klingt vielleicht erst mal verkraftbar, doch auf 15 Jahre hochgerechnet macht das ein beträchtliches Sümmchen von 25.000 Euro aus.

Who cares?

Ein Erklärungsansatz für diese Situation ist, dass Frauen noch immer zum größten Teil die sogenannte Care-Arbeit übernehmen. Tendenziell betreuen und erziehen sie häufiger die Kinder oder pflegen Angehörige, die nicht mehr alleine leben können.

Wenn man die Rentenpunkte für die Kindererziehungszeiten noch weiter erhöhen würde, dann würde man das Problem nicht wirklich lösen. Ich denke, viel wichtiger ist es, dass die Sorgearbeit auf die Schultern von Männern und Frauen gleichmäßiger verteilt wird. – Katharina Wrohlich, Leiterin der Forschungsgruppe Gender Economics beim Deutschen Institut für Wirtschaftsvorschung

Was aber kann man tun, wenn man sich in so einer Situation wiederfindet? Sollte das Rentensystem revolutioniert werden? Und wie kann man sich als Frau vor Altersarmut schützen? Über diese Fragen hat detektor.fm-Moderatorin Marie Landes mit Katharina Wrohlich vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung gesprochen. Sie ist dort Leiterin der Forschungsgruppe Gender Economics.

Katharina_WrohlichTheoretisch ist es so, dass im Fall einer Scheidung sämtliche Rentenansprüche, die während der Ehe angesammelt wurden, von beiden Partnern addiert werden und dann hälftig aufgeteilt werden können. Katharina Wrohlicharbeitet beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und ist dort Leiterin der Forschungsgruppe Gender Economics. 

Redaktion: Helen v. der Lancken