Geheimes Netzwerk – Neonazis trotz Haft in Kontakt

11.04.2013

Die hessische Justiz hat knapp eine Woche vor dem NSU-Prozess ein rechtes Kommunikationsnetzwerk ausgehoben. Über die Hilfsorganisation "AD jail crew" blieben Neonazis in Kontakt. Wie kann das sein?

In der JVA Hünfeld bei Fulda wurde das rechte Kommunikationsnetzwerk aufgedeckt. Foto: Thomas Lohnes/ddp

ist auf dem Schulweg immer an der Madonna vorbeigelaufenVolkmar Wölkist Experte für rechtsextreme Netzwerke. 

Sechs Tage vor dem Beginn des NSU-Prozess gibt es erneut Wirbel um die rechte Szene. Nach Ermittlungen der hessischen Justiz sollen Neonazis quer durch deutsche Gefängnisse kommuniziert haben.

Über einen Hilfsverein für rechtsradikale Gefangene – die sogenannte „AD jail crew“ – wurde der Kontakt organisiert.

Gab es auch Kontakt zum NSU?

Eigentlich ist es das Ziel solch eines Vereins, politisch motiverte Straftäter wieder zu resozialisieren.

Doch die „AD jail crew“ hatte scheinbar nicht nur aufgrund ihres Namens ein anderes Ziel. Medienberichten zufolge soll es sogar Versuche gegeben haben, Mitglieder des NSU anzuwerben.

Über dieses Netzwerk und die Beziehungen zum Nationalsozialistischen Untergrund sprechen wir mit Volkmar Wölk, der als Fachjournalist für Rechtsextremismus die Szene seit Jahren beobachtet.

Neonazis bauen geheimes Kommunikationsnetzwerk in Gefängnissen aufhttps://detektor.fm/wp-content/uploads/2013/04/nextbike_Leipzig_neu.jpg

Die neue Qualität der „AD jail crew“ besteht darin, dass hier versucht wird, eine Verbindung mit inhaftierten Mitglieder der Outlaw-Motocycle Gangs hinzubekommen; das heißt: zwischen kriminellen Rockern und Neonazis. (Volkmar Wölk)