25 Jahre Genozid in Ruanda

Eine Frage der Verantwortung

05.04.2019

Vor 25 Jahren wurden 800 000 Menschen in Ruanda ermordet. Dabei hat auch Deutschland eine Rolle gespielt. Wie steht es um die Aufarbeitung des Genozids?

Deutsche Verantwortung in Ruanda?

Vor 25 Jahren beginnt der Genozid in Ruanda, weit weg von Deutschland. Auch wenn die Medien damals auf das kleine Land in Ostafrika blicken, die Politik sieht weg. Dabei ist der Hass zwischen den Bevölkerungsgruppen erst durch die Kolonialmächte entstanden.

Anstatt den Menschen vor Ort Hilfe anzubieten und etwa Asyl zu gewähren, bringen die ehemaligen Kolonialmächte Deutschland, Belgien und Frankreich vor allem ihre eigenen Leute in Sicherheit. Eines der Opfer des Genozids ist Esther Mujawayo-Keiner. Fast ihre ganze Familie ist ermordet worden.

Als das Schlimmste begann, sind sie alle davongerannt. Sie haben sogar die Hunde und Katzen der Franzosen und Belgier evakuiert. – Esther Mujawayo-Keiner

Das gezielte Morden von Blauhelm-Soldaten schreckt die internationale Community ab. Nicht nur Deutschland zieht weitere Unterstützung ab, auch andere Länder des globalen Nordens ziehen sich zurück.

Aufarbeitung nach dem Genozid

Bis heute sind noch viele Fragen ungeklärt. So ist bis heute nicht bekannt, wer den Genozid damals wirklich ausgelöst und wer zu den Tätern gehört hat. Außerdem ist nicht klar, welche Rolle der aktuelle Präsident Paul Kagame gespielt hat. Mittlerweile weiß man jedoch: Den Genozid hätte man verhindern können. Das sagt auch Stefan Klein. Er hat lange in Ruanda als Korrespondent für die Süddeutsche Zeitung gearbeitet.

Es hätte maximal 10 000 Peace Keeper benötigt, um 800 000 Menschen das Leben zu retten. – Stefan Klein

Über den Genozid in Ruanda spricht detektor.fm-Moderatorin Teresa Nehm mit Maureen Welter. Sie hat mit Esther Mujawayo-Keiner über die persönlichen Erlebnisse ihrer Flucht aus Ruanda gesprochen. Zudem hat sie den Korrespondenten Stefan Klein und die Politikwissenschaftlerin Sarah Brockmeier zur Rolle der westlichen Welt während des Genozids befragt.

Redaktion: Maureen Welter