Green Radio | Haustier-Sitting

Hund-Katze-Maus im Urlaub

12.05.2016

Mit dem Sommer steht auch die Urlaubszeit vor der Tür. Und für die Halter von Katzen, Hunden, Meerschweinchen, Goldfischen und Kanarienvögeln damit ein Problem. Wohin mit dem Tier, wenn man in den Urlaub fahren will?

+++Green Radio: Umwelt und Nachhaltigkeit – eine Kooperation mit dem Umweltbundesamt.+++


Urlaubsbegleiter oder Stubenhocker?

In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt

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Viele Frauchen und Herrchen quälen sich mit dem Urlaubsthema. Der vierbeinige Liebling soll eigentlich während der schönsten Zeit des Jahres mit dabei sein. Lange wird dann hin und her überlegt, welches Reiseziel das beste sei – um dann doch wieder nach Dänemark zu fahren. Das Land gilt als relativ hundefreundlich; die Vierbeiner können dort an speziell gekennzeichneten Stränden herumtoben. Grundsätzlich müssen bei der Mitnahme von Tieren die gesetzlichen Regelungen des Urlaubslandes berücksichtigt werden: Sind besondere Papiere nötig? Gibt es vorgeschriebene Impfungen?

Für einige Tiere bedeutet Verreisen jedoch Stress. Gerade lange Flugreisen oder hohe Temperaturen am Reiseziel sind eine Belastung. Während viele Hunde im Auto (mit regelmäßigen Pausen) ein glücklicher Urlaubsbegleiter sein können, bleiben Katzen am liebsten zuhause in ihrem Revier. Auch Kleintiere wie Kaninchen hoppeln gerne durch ihr vertrautes Gehege. Es muss also jemand her, der füttert, sauber macht und auch mal streichelt.

70.000 ausgesetzte Tiere

Es gibt Tierhalter, denen fällt das erst kurz vor knapp ein. Gerade in den Sommermonaten werden jedes Jahr fast 70.000 Haustiere ausgesetzt: Hunde und Katzen, Hamster und Meerschweinchen. Weil ihre Besitzer sich vorher keine Gedanken darüber gemacht haben, was mit ihrem Tier während der Ferienzeit passieren soll.

Im besten Fall werden die Tiere dann gefunden und in ein Tierheim gebracht. Eine große Herausforderung für deren Betreiber, denn die Aufnahmemöglichkeiten sind begrenzt und die Unterbringung kostet.

Haustier-Freunde zusammenbringen

Der Deutsche Tierschutzbund will dieser Notlage mit seiner Urlaubsaktion „Nimmst du mein Tier, nehm‘ ich dein Tier“ vorbeugen.

Dem wollen wir ganz praktisch entgegenwirken, indem wir Tierfreunde zusammenbringen, die sich im Wechsel um die vierbeinigen Lieblinge kümmern – Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes

Seit mehr als 20 Jahren werden so „Frauchen und Herrchen auf Zeit“ vermittelt. Start ist jeweils Ende März; die Aktion läuft dann bis Anfang September.

Jeder Tierhalter, der eine Betreuung sucht, kann sich bei uns melden. Wir haben ein spezielles Urlaubsberatungstelefon. Dort kriegt man dann den Kontakt zum nächsten Tierschutzverein. Der übernimmt die Vermittlung der Tierhalter untereinander. – Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund

Erreichbar ist die Hotline unter Tel. 0228-60496-27, jeweils montags bis donnerstags von 9-17 Uhr, freitags von 10-16 Uhr.

Halter können direkt bei der Anmeldung angeben, für welches Tier man einen Betreuer sucht. Oder welche Tiere man gerne betreuen würde. Denn: Es muss kein direkter Tausch sein, wenn jemand zum Beispiel einfach nur einen Urlaubsplatz für sein Tier sucht, sich aber nicht zutraut, andere Haustiere zu betreuen.

Tierliebe und Sachkunde

Auch die Tierfreunde können sich registrieren lassen, die kein eigenes Tier (mehr) haben. Im besten Fall können sie jedoch auf frühere Erfahrungen mit Haustieren zurückgreifen. Überprüft wird diese Sachkunde weder vom Deutschen Tierschutzbund noch vom örtlichen Tierheim. Der Halter muss sich selbst ein Bild vom Tiersitter machen.

Denn neben der Aktion des Deutschen Tierschutzbundes gibt es natürlich auch die Möglichkeit, im Familien- und Bekanntenkreis, im Internet oder per Aushang einen Tiersitter zu suchen. Darüber hinaus bieten Tierpensionen Urlaubsbetreuung.

Über die Unterbringung von Haustieren während der Urlaubszeit hat detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt mit Redakteurin Insa van den Berg gesprochen.

lea schmitz deutscher tierschutzbundWir empfehlen grundsätzlich, dass Tier, Halter und Tiersitter sich vorab kennenlernen, schauen, ob die Chemie stimmt. Nur dann kann es mit der Betreuung gut funktionieren.Lea Schmitzvom Deutschen Tierschutzbund. 

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