Gute Nachrichten | Der Prinzessinnengarten in Berlin

Kreuzberg querbeetein

11.06.2014

Grünkohl, Fenchel und Kapuzinerkresse wachsen nicht nur auf dem Land, sondern auch zwischen Betonbauten. Vielerorts ziehen Stadtbewohner Gemüse auf Dächern an oder bepflanzen Industriebrachen. Allein in Berlin gibt es um die 200 solcher Projekte. Das bekannteste darunter ist der Prinzessinnengarten am Moritzplatz.

In der Staudengärtnerei wird ein großes Sortiment an Gartenstauden gezüchtet. Foto: Marcus Engert

Gärtnern in der Stadt

Mehr als die Hälfte der Menschen lebt in Städten und die Landwirtschaft zieht hinterher. Ob auf dem Parkhausdach in Wedding oder dem Rollfeld in Tempelhof – inzwischen wird in ganz Berlin gejätet. Auch an anderen Orten liegt gärtnern voll im Trend: Michelle Obama pflanzt Gemüse am Weißen Haus, Jakob Augstein mag Rhododendren lieber als Rittersporn und in Andernach sorgt die „Essbare Stadt“ für ein neues Wir-Gefühl.

„Re-Grounding“ als Trend

Längst ist die Bewegung um Urban Gardening, Balkon-Gardening oder mobile Gärten groß geworden. Sinn und Bestimmung der Stadt verändern sich, erklären Trendforscher und sprechen von „Re-Grounding“, dem Wunsch nach neuer Erdung in einem immer komplizierter werdenden Umfeld. Die Welt verstehen zu wollen sei aussichtslos, da konzentriere man sich auf das Naheliegende, das Mögliche, die kleine Grünfläche vor der eigenen Haustür.

Gemüse am Kreisverkehr

Der Prinzessinnengarten ist an einem stark befahrenen Kreisverkehr zwischen Sozialbauten und einer Tankstelle entstanden. Marco Clausen und Robert Shaw haben ihn 2000 gegründet, die Brache mit vielen Freiwilligen vom Müll befreit und in einen Nachbarschaftsgarten verwandelt. Jede Saison wird er von bis zu 1000 Freiwilligen unterstützt.

„Wir haben Imker hier, wir haben Menschen hier, die mit Recycling-Materialien arbeiten, wir haben eine Gruppe, die Fahrräder repariert. Das heißt, es ist eine soziale Plattform, wo es vor allem um andere Formen von Nachhaltigkeit geht.“ – Marco Clausen.

Plattform für urbane Lebensweisen

In den vergangenen Jahren hat das Team um die Gründer 40 weitere Nutzgärten für Kindergärten und Schulen aufgebaut. Außerdem sind viele weitere Ideen wie wesensgemäße Bienenhaltung und gemeinsame Projekte mit Kulturinstitutionen auf dem Gelände entstanden. Viele Künstlerinnen und Künstler arbeiten dort an der Frage, wie Städte ressourcenschonend gestaltet werden können.

 Marcus Engert hat den Prinzessinnengarten besucht und mit dem Gründer Marco Clausen über sein Projekt gesprochen.

 


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„Gute Nachrichten“ – unter diesem Titel stellen wir jeden Mittwoch Projekte, Initiativen und Firmen vor, die etwas besser machen wollen. Arbeit verbessern, Wirtschaft und Moral in Einklang bringen, den Umweltschutz voranbringen, fair produzieren, nachhaltig wirtschaften oder kulturell bereichern.

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