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“Hauptstelle für Befragungswesen” spioniert Flüchtlinge aus

Die Aufgabe der „Hauptstelle für Befragungswesen“ besteht eigentlich darin, Flüchtlinge und Asylbewerber über ihre Herkunftsländer zu befragen. Doch die Beamten sammeln die Informationen offenbar nicht nur für die Bundesrepublik selbst, sondern geben sie auch an andere Geheimdienste weiter.

NSA, CIA, BND und nun noch die HBW. Nach dem Abhörskandal rückt nun ein weiteres Kürzel, das bisher wenig bekannt war, in den Fokus. Hinter HBW verbirgt sich dabei die „Hauptstelle für Befragungswesen“, eine Behörde des Bundesnachrichtendienstes. Die Aufgabe ihrer Mitarbeiter ist es, Flüchtlinge und Asylbewerber über ihre Heimatländer zu befragen.

Befragung mit Hintergedanken

Christian Fuchs - hat zu den Aktivitäten der USA auf deutschem Boden recherchiert.

hat zu den Aktivitäten der USA auf deutschem Boden recherchiert.
Christian Fuchs

Die MItarbeiter interessieren sich aber nicht nur für Informationen über die ärztliche Versorgung oder den Umgang mit ausländischen Soldaten. Sie wollen auch Details erfahren, die auf eine politische Gefahr für Deutschland deuten können. Ohne das ihnen erklärt wird, was mit ihren Antworten passiert, antworten die Flüchtlinge auf alle Fragen, in der Hoffnung, dass ihre Chancen auf Asyl steigen. Bündnis 90/Die Grünen warf der HBW deshalb schon vor über einem Jahr vor, „nach Deutschland eingereiste Personen verdeckt über deren Herkunftsländer auszufragen“.

Wie diese Befragungen ablaufen und was mit den Informationen aus den Gesprächen genau passiert, darüber haben wir mit dem Journalisten und Autoren Christian Fuchs gesprochen. Gemeinsam mit seinem Kollegen John Goetz hat er über die HBW recherchiert und alle Ergebnisse in dem Buch „Geheimer Krieg“ festgehalten.

Christian Fuchs im Gespräch über die Abhörtechniken der HBW 05:17

Was sehr häufig passiert ist, dass alle relevanten Informationen automatisch nach Washington und London weiter gegeben werden. – Christian Fuchs