Karneval und Kommerz

Wenn Narren um Spenden bitten

12.02.2015

Karneval soll Spaß machen, aber auch das kostet Geld. In Krefeld bittet das Karnevalskomitee deshalb nun um Spenden, um die steigenden Kosten zu decken. Schon lange ist Karneval mehr als eine Kulturveranstaltung. In der Spaßgesellschaft geht es um viel Geld. Ist das Kultur oder Kommerz oder beides?

Karneval und Kommerz

Das Geschäft mit dem Karneval wird immer professioneller und vor allem verdienen immer mehr Menschen an dem bunten Treiben der Jecken. Immerhin muss die Frisur am Rosenmontag sitzen, das Kostüm soll möglichst ausgefallen sein und auch der Taxifahrer zur exlusiven Karnevalsveranstaltung will bezahlt werden. Natürlich will die Karnevalsgesellschaft dann auch unterhalten werden. Das Alkohol beim Karneval keine unwichtige Rolle spielt, ist kein Geheimnis, doch ohne Künstler geht beim Karneval auch nichts und die wollen natürlich auch bezahlt werden.

Spaß hat seinen Preis

Für kleinere Vereine ist das oftmals ein finanzielles Problem. Denn Saalmiete, Künstlergagen und die Teilnahme am Rosenmontagszug sind kein Schnäppchen. Eine Prunksitzung kostet ungefähr 60.000 Euro und die Teilnahme am Rosenmontagszug 30.000 Euro. Wird das, was man mal als Kulturveranstaltung bezeichnet hat, immer mehr zum Kommerz?

Spenden für die Narren

Um auch in Zukunft beim Karneval mitmischen zu können, hat man sich in Krefeld etwas einfallen lassen. Das Karnevalskomitee bittet die Jecken dort am Straßenrand um eine kleine Spende.

Über diese ungewöhnliche Idee und den Karneval als Kulturveranstaltung, hat Moderator Alex Hertel mit Prof. Dr. Gunther Hirschfelder gesprochen. Er ist Kulturwissenschaftler an der Uni Regensburg und beschäftigt sich schon seit Jahrzehnten mit dem närrischen Treiben.

Gunther HirschfeldWer kommt und denkt, er kann nur konsumieren und gucken und nichts geben, der wird überhaupt nichts davon haben.Prof. Dr. Gunther HirschfeldKulturwissenschaftler an der Uni Regensburg 
Redaktion: Anne Schmidt