Karte der Woche | Wahrheitskommissionen

Integration statt Verurteilung

22.05.2017

Mord und Folter sind in Kriegen und Diktaturen leider immer wieder an der Tagesordnung. Um die Verbrechen der Vergangenheit aufzuarbeiten, werden deshalb oft sogenannte „Wahrheitskommissionen“ ins Leben gerufen. Unsere "Karte der Woche" beschäftigt sich damit, wann, wo und wie das passiert.

Wenn Kriege toben und Diktatoren herrschen, verstoßen Militär, Polizei und Konfliktparteien oft gegen eines der wichtigsten Menschenrechte: das Recht auf Unversehrtheit. So leiden weltweit Millionen Menschen unter den Folgen gewaltsamer Konflikte und politischer Systeme.

Wahrheitskommissionen

Ist das Grauen vorbei, werden Verantwortliche meist zur Rechenschaft gezogen. Opfer werden entschädigt und sogenannte Wahrheitskommissionen ins Leben gerufen. Das sind Gremien, die vom Staat oder von einem Friedensabkommen eingesetzt werden, um systematische Menschenrechtsverletzungen zu untersuchen.

Das passiert vor allem beim Übergang von Krieg zu Frieden oder von einem politischen System zum anderen. Dabei geht es oft nicht nur darum, eine Demokratie zu etablieren. Auch Bürgerkriegsverbrechen werden aufgearbeitet. Die kanadische Wahrheitskommission hat sich zum Beispiel mit der Kolonialvergangenheit Kanadas befasst.

Weltweit Frieden schaffen

Manchmal arbeiten Wahrheitskommissionen auch über mehrere Jahrzehnte hinweg. In Kolumbien wurde sogar 2005 während eines bestehenden Konfliktes ein „Friedens- und Gerechtigkeitsgesetz“ verabschiedet.

Weltweit gab es inzwischen mehr als 40 solcher „Wahrheitskommissionen“. Die meisten wurden in Südamerika einberufen. Auch in Deutschland hat es 1992 ein solches Gremium gegeben. Es hat sich mit der Aufarbeitung der SED-Diktatur beschäftigt. Dabei wurde vor allem die Unterdrückung von Andersdenkenden untersucht.

Tim Ehlers vom Katapult Magazin hat detektor.fm-Moderator Christian Eichler erklärt, wie schwerwiegende Verbrechen gegen Menschenrechte weltweit aufgearbeit werden.