Katzensteuer für den Tierschutz?

Eine tierische Ungleichheit

26.01.2017

Während Hundebesitzer regelmäßig zur Kasse gebeten werden, sind Katzenliebhaber fein raus. Dabei richten Katzen angeblich so viel Schaden an, dass man die zusätzliche Steuereinnahme gut gebrauchen könnte. Ein Kommentar in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat die Debatte angestoßen. Der Gedanke dahinter: Tierschutz.

Freilaufende Katzen erjagen alles, was kleiner ist als sie, speziell bedrohte Vögel. Weil sie nicht nur aus diesem Grund einen nicht wegdiskutierbaren ökologischen Fußabdruck hinterlassen, soll nun eine Steuer auf sie erhoben werden. Hundebesitzer müssen ja schließlich auch bezahlen. So war in etwa die Quintessenz des FAZ Kommentars, der die ganze Debatte angestoßen hat.

Geschickte Jäger

Tatsächlich sind mit unserer gemeinen, mitteleuropäischen Hauskatze einige Probleme verbunden, die wir mit Hunden so nicht haben. Freilaufende Katzen bewegen sich ohne Aufsicht durch ihre Reviere und können dort ihren Jagdtrieb ungehindert ausleben. Das Problem dabei: Sie sind nicht nur geschickte Mäusefänger.  Doch es kann auch bedrohte Tierarten erwischen.

Auf Neuseeland sind Katzen praktisch die Nummer-1-Bedrohung für die einheimischen Vögel. Besonders auf die flugunfähigen Arten wie den Kiwi, der sich bisher nie an diese Art von Räuber anpassen musste, haben es die Katzen abgesehen. Um unsere Flora und Fauna steht es da noch nicht ganz so schlecht. Es ist nicht davon auszugehen, dass die gemeine Hauskatze in nächster Zeit eine unserer Vogelarten ausrotten wird.

Warum sollen Katzen dann ein Problem sein?

Freilaufende Katzen bewegen und jagen nicht nur ungehindert sie pflanzen sich auch fort. Dadurch entstehen völlig wilde Katzenpopulationen an der Peripherie des Menschen, die sich immer weiter ausbreiten. Früher oder später landen viele dieser herrenlosen Katzen schließlich in Tierheimen, wo sie tierärztlich gepflegt und versorgt werden müssen. Der Umgang mit solchen Tieren kostet die Tierheime Mittel, die an anderer Stelle fehlen.

Ist die Katzensteuer eine Lösung?

Eine Katzensteuer könnte theoretisch dafür verwendet werden, anfallende Kosten besser zu decken. Zudem könnten beispielsweise Programme gefördert werden, in denen verwilderte Katzen eingefangen und kastriert werden, um die Population zu kontrollieren. Außerdem ist es beim Hund neben der Steuer in vielen Bundesländern inzwischen Pflicht, das Tier chippen zu lassen, damit es im Zweifelsfall einem Herrchen zugeordnet werden kann.

Was der Deutsche Tierschutzbund von einer Katzensteuer hält, hat detektor.fm-Moderator Thibaud Schremser von Lea Schmitt erfahren.

Hauptstelle in BonnSo eine Steuer für Katzen wäre nur dann akzeptabel, wenn die Erlöse auch wirklich in den Tierschutz fließen würden. Wenn das nicht der Fall ist, dann wären wir eher für die Abschaffung, auch der Hundesteuer.Lea Schmittsteht einer Steuer auf Katzen und Hunde eher skeptisch gegenüber. 

Redaktion: Alexander Goll