Kleine Taschen in Jeans für Frauen

Nichts passt rein

03.05.2019

Männer können in ihren Jeans Schlüssel, Portemonnaie und Handy entspannt unterbringen. In die Hosentaschen von Frauen passen dagegen mit knapper Not ein Zahnstocher und ein Lutschbonbon. Warum ist das so?

Zu kleine Taschen

Jeans für Frauen haben zu kleine Taschen. Das weiß jeder, der mal in einer Damenhose gesteckt hat. Bevor man den Haustürschlüssel daraus hervorpult, hat man besser kurz geklingelt und gewartet. Alles andere ist viel zu groß und muss in eine Extratasche. Bei Männerhosen ist das nicht so. Und so schließen Menschen in Männerhosen Menschen in Damenhosen die Tür auf, nehmen auf Spaziergängen ihr Portemonnaie und warten geduldig, wenn sie in ihren Handtaschen kramen. Und das alles nur, weil die Hosentasche fehlt?

Die Handtasche ist nicht mit der kleinen Hosentasche erfunden worden. Eine Handtasche kann doch was Wunderbares sein. Und apropos Emanzipation kann die doch auch wirklich wie ne Waffe auf dem Tisch stehen. – Barbara Vinken, Literaturwissenschaftlerin an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Mehr Platz in der Jeans

Manche Frauen stört es, dass sie jedes Mal, wenn sie aus dem Haus gehen, eine Handtasche mitnehmen müssen. Deshalb gibt es verschiedene Webseiten, die große Hosentaschen für Frauen fordern. Sie wollen ebenfalls Zugang zu funktioneller Kleidung haben. Außerdem kann man Handtaschen und Rucksäcke leicht verlieren. Wenn Männer ihren Rucksack verlieren, haben sie oft noch ihr Portemonnaie und den Schlüssel. Viele Frauen sind aufgeschmissen.

Auch auf Twitter berichten immer wieder Frauen unter dem Hashtag #WeWantPockets, in welchen Situationen ihnen an der Jeans die große Tasche gefehlt hat. Weshalb Frauenmode so kleine Taschen hat und warum das aber nichts Schlechtes sein muss, erläutert die Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken im Interview mit detektor.fm-Moderatorin Amelie Berboth.

ist Literaturwissenschaftlerin an der Ludwig-Maximilians-Universität MünchenÄsthetisch ist die Hosentasche jetzt nicht so der Hit.Barbara Vinkenist Literaturwissenschaftlerin an der Ludwig-Maximilians-Universität München.