Krawalle in England: Bürger helfen Polizei bei Suche nach Tatverdächtigen

10.08.2011

Eine ungewöhnliche Form der Bürgerbeteiligung hat sich in Großbritannien gebildet: Internetnutzer sollen jetzt den Behörden dabei helfen, tatverdächtige Randalierer auf Fotos zu identifizieren oder selbst Fotos von möglichen Tätern hochzuladen. Digitale Lynchjustiz?

Die Google-Gruppe “London Riots Facial Recognition” behauptet, auf Fotomaterial von Überwachungskameras zugreifen zu können. So will sie Ermittler bei der Suche nach tatverdächtigen Randalierern unterstützen./ Foto: © westnorwoodimage5 bei flickr

Auch in der vergangenen Nacht hat es wieder Krawalle in englischen Städten gegeben. Die Polizei hat schon hunderte Randalierer festgenommen. Trotzdem hat sie bislang die Lage nicht überall unter Kontrolle bekommen, weil sich offenbar übers Internet immer neue junge Menschen zu Randalen verabreden.

Jetzt soll das Internet auch der Polizei helfen: Zum Beispiel stellt die Polizei selber Bilder von Tatverdächtigen auf Flickr und bittet die Bürger, diese Personen zu identifizieren.

Die gleiche Absicht verfolgen Privatpersonen in der Google-Gruppe „London Riots Facial Recognition“. Mitglieder der Gruppe behaupten, dass sie auf Fotomaterial von Überwachungskameras zugreifen können. Und auf der Webseite Londonrioters.co.uk kann sogar jeder ein Foto hochladen oder abgebildete Personen identifizieren.

Doch ist diese Methode moralisch und rechtlich vertretbar? Das erklärt uns Rechtsanwalt Sebastian Dramburg von der Kanzlei SCHWENKE & DRAMBURG aus Berlin. Er ist zugleich Leiter des Rechtsressorts für das Onlinemagazin „Gründerszene“.