Kriminalität sinkt

Ist Deutschland jetzt sicherer?

23.04.2018

Nach Berichten der Welt am Sonntag ist die Anzahl der registrierten Verbrechen im Jahr 2017 um knapp zehn Prozent gesunken. Aber ist Deutschland dadurch auch automatisch sicherer?

Weniger Straftaten

Nach Angaben der Welt am Sonntag gibt es einen Rückgang der registrierten Straftaten. So hat es im Jahr 2017 9,6 Prozent weniger Verbrechen als im Jahr zuvor gegeben. Das sind immerhin 611.000 Straftaten weniger. Damit wäre die Anzahl der Verbrechen so stark gesunken wie seit 25 Jahren nicht mehr.

Die Zahlen stammen aus dem jährlich angefertigten polizeilichen Bericht zur Kriminalstatistik. Allerdings ist der Bericht noch nicht offiziell veröffentlicht. Horst Seehofer und das Innenministerium planen, den Bericht am 8. Mai vorzustellen.

Die polizeiliche Kriminalstatistik ist ja im Grunde genommen nur ein Arbeitsnachweis für die Polizei, um Vergleiche aufstellen zu können. – Oliver Malchow, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei

Die Angaben zeigen, dass ein Drittel aller registrierten Vorfälle Diebstahldelikte sind. Dennoch sind hier die Zahlen stark gesunken, wie auch bei den Wohnungseinbrüchen. Die Gewaltverbrechen hingegen sind nur leicht gesunken. Die Anzahl an Drogendelikten hat um 9,2 Prozent zugenommen und auch in den registrierten Mordfällen hat es einen leichten Anstieg gegeben.

Was sind die Gründe ?

Als Grund für den Rückgang der Kriminalität nennt die Welt am Sonntag die gesunkenen Flüchtlingszahlen. Denn weniger illegale Grenzüberschreitungen bedeuten auch weniger registrierte Delikte. Das macht immerhin die Hälfte des Rückgangs aus.

Die Kriminalstatistik ist etwas, was von Fachleuten ausgwertet werden muss und das ist eigentlich kein Messinstrument für die Öffentlichkeit. – Oliver Malchow

Über den Rückgang der Kriminalität in Deutschland 2017, und ob Deutschland tatsächlich sicherer geworden ist, hat die detektor.fm-Moderatorin Isabel Woop mit Oliver Malchow gesprochen. Er ist der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei.

GdP-Bundesvorsitzender Oliver Malchow GdP Hagen ImmelPolitik muss sich beraten lassen, insbesondere die Innenminister der Länder und des Bundes.Oliver Malchowist Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei. Foto: GdP / Hagen Immel 

Redaktion: Moritz Steinacker