Läutet Papst Franziskus im Vatikan die Wende ein?

08.10.2013

In den Medien wird er als Reformer gefeiert: Papst Franziskus ist nun seit 209 Tagen im Amt und es scheint, als ob er den Vatikan gehörig umkrempeln will. Was hat er bis jetzt erreicht?

Fest in der Sache bleiben, milde im Umgangston. So beschreibt der Theologe David Berger die Strategie des neuen Papstes. Foto: © minoritenplatz8 / flickr.com

Seit diesem Frühjahr gibt es mit Franziskus erstmals einen Papst aus Südamerika. Er fährt gern einen alten Renault R4 anstatt des luxuriösen Papamobils und er wohnt im Gästehaus des Vatikan und nicht im Papstpalast.

Der Vatikan soll reformiert werden

Die Kollegen von der Tagesschau sprechen bereits von der „franziskanischen Wende“ , denn Franziskus hat ein Beratergremium einberufen, um die Struktur des Vatikans zu verändern. Es soll künftig im Kirchenstaat bescheidener zugehen. Außerdem muss sich seiner Meinung nach die Kirche stärker um die Armen und Schwachen kümmern. Papst Franziskus will nach eigener Aussage für Brüderlichkeit, Liebe und Vertrauen in der katholischen Kirche stehen und ein Mann der Menschen sein.

sieht die Entwicklung im Vatikan kritisch. Foto: © Jo GoedeDavid Bergersieht die Entwicklung im Vatikan kritisch. Foto: © Jo Goede 

Homosexuelle und Frauen werden immer noch diskriminiert

Für den Theologen David Berger hat sich im Umgang mit Homosexuellen und geschiedenen Menschen nichts verändert . Auch die Situation der Frauen bleibt für Berger schwierig: „Für Frauen im Messedienst ist die Türe ein für alle mal zugeschlagen“.

Was verändert der Papst also wirklich? Wandelt sich der Vatikan momentan? Wir haben darüber mit dem Theologen und Vatikankritiker David Berger gesprochen. Berger hat  früher im Vatikan gearbeitet und lebt heute in Berlin.

Auch wenn Frauenfeindlichkeit mit der römischen U-Bahn fährt und in einer Ein-Zimmerwohnung wohnt, ist sie gefährlich. Vielleicht sogar gefährlicher, als wenn sie sich gleich auf den goldenen Stuhl setzt, wie es Papst Benedikt getan hat. – David Berger