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Immer weniger Rumänen können von der Landwirtschaft leben, da Agrarindustrie und Spekulanten den Boden aufkaufen. Foto: Luke Addsion/flickr.com

Land Grabbing – Die andere Seite der europäischen Freizügigkeit

Während in Deutschland über mögliche Folgen der Einwanderung von Rumänen diskutiert wird, hat die europäische Freizügigkeit für das osteuropäische Land selbst längst Auswirkungen: Bodenspekulanten und eine fehlgesteuerte Subventionspolitik bedrohen die Existenzgrundlage von Kleinbauern.

Brigitte Reisenberger - Die Kultur- und Sozialanthropologin arbeitet im Projekt »Zugang zu Land«.

Die Kultur- und Sozialanthropologin arbeitet im Projekt »Zugang zu Land«.
Brigitte Reisenberger

Teren de vânzare“ ist rumänisch und heißt auf deutsch: „Land zu verkaufen“. Diesen Schriftzug liest man in Rumänien häufig auf Schildern am Rande von großen, brachliegenden Feldern. Doch nicht nur Rumänen kaufen das Land. Immer mehr Boden in Rumänien gehört Firmen und Privatleuten aus Italien, Deutschland oder Luxemburg. Land Grabbing nennt man dieses Phänomen und es ist eigentlich aus strukturschwachen Regionen der südlichen Hemissphäre bekannt.

Umwelt- und Kleinbauernorganisationen befürchten, dass sich das Problem nun verschärft.  Denn seit Beginn dieses Jahres dürfen auch Privatleute landwirtschaftliche Nutzflächen kaufen – die europäische Freizügigkeit greift eben auch andersherum.

Warum die rumänischen Böden so gefragt sind und wieso besonders Kleinbauern darunter leiden, hat uns Brigitte Reisenberger vom Food First Information and Action Network erklärt.

Land Grabbing – Die andere Seite der Freizügigkeit 07:05

Die Durschnittspreise für Ackerland in Rumänien haben sich seit 2007 verdreifacht. – Brigitte Reisenberger