Langzeitstudie: Rechtes Gedankengut hält sich in Ost und West

26.03.2013

Die erste Langzeitstudie zu rechtsextremen Einstellungen hat gezeigt: rechts sind im Osten meist junge Männer, im Westen meist ältere Menschen. Über mögliche Ursachen und die Verteilung solcher Einstellung sprechen wir mit einem der Autoren der Studie.

Im Westen stimmen 23 Prozent der Befragten ausländerfeindlichen Aussagen zu. Im Osten sind es sogar 32 Prozent. Foto: © Jens Schlueter/ dapd

ist seit 2010 Vertretungsprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Siegen.Oliver Deckerist seit 2010 Vertretungsprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Siegen. 

Forscher der Uni Leipzig haben die erste Langzeitstudie zu rechtsextremen Einstellungen in Deutschland vorgelegt.

Dabei haben sich deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland gezeigt.

Während in den neuen Bundesländern vor allem junge Männer ein rechtsextremes Weltbild haben, sind es im Westen eher ältere Menschen. Auch Alter und Geschlecht spielen eine Rolle.

Welche Ergebnisse die Studie noch gebracht hat und wie sie sich erklären lassen, haben wir Oliver Decker gefragt. Er ist Diplom-Psychologe an der Uni Leipzig und einer der Leiter des Forschungsprojekts.

Eine Erfahrung, die man machen kann ist, dass man mit den Menschen, gegenüber denen man Vorurteile hat, zusammentrifft. Und tatsächlich verändert das etwas. Man kann offenbar schwerer am Vorurteil festhalten, wenn man konkret mit Menschen zu tun hat.