Jogi Löws EM-Kader steht fest

Sehen so Sieger aus?

03.06.2016

Fußball-Bundestrainer Jogi Löw hat diese Woche die Spieler vorgestellt, die mit zur Europameisterschaft nach Frankreich dürfen. Taugt der Kader zur Europameistermannschaft? Wir fragen mal nach bei Reporter-Legende Manni Breuckmann.

Wenn Jogi Löw seinen Kader für ein großes Turnier vorstellt, dann wird halb Deutschland hellhörig. So auch diese Woche, als Löw seine Mannschaft für die Fußball-EM in Frankreich präsentiert hat.

Wieder ohne Marco Reus

Besonders hart hat es Marco Reus getroffen. Ausgerechnet an seinem 27. Geburtstag erreichte ihn die Nachricht, dass er wegen einer Verletzung ausfallen wird. Schon bei der WM vor zwei Jahren in Brasilien musste Reus die Spiele auf dem Fernseher verfolgen. Dieses Mal hat ihn eine sogenannte Aduktorenzerrung zum Zuhausebleiben verdammt. Sportreporter Manni Breuckmann hat da allerdings eine andere Vermutung:

Wir sind ja alle in den letzten Jahren ein bisschen zu medizinischen Sachverständigen geworden. Ich glaube, das ist eine chronische Erkrankung der Aduktoren, man spricht sogar von Schambeinentzündung und davon, dass das ganze noch drei, vier Monate dauern kann.

Seiner Einschätzung nach wird der Ausfall aber nicht ganz so hart ins Gewicht fallen. Im Mittelfeld, Reus‘ Stammposition, findet er die deutsche Mannschaft relativ gut aufgestellt.

Ein Kader mit schlechter Abwehr

Sorgen macht den Experten eher die Abwehr. Die war bei den vergangenen Spielen immer wieder die Schwachstelle der deutschen Mannschaft. Vor allem in Standardsituationen lässt sie zu wünschen übrig, findet Manni Breuckmann.

Das Besetzungskarussell dreht sich momentan noch munter, denn am 12. Juni, zum ersten Spiel gegen die Ukraine, können nur 11 Spieler auf dem Platz stehen. Einige müssen sich noch schonen; Mats Hummels zum Beispiel. Der fährt zwar mit nach Frankreich, ist aber wohl erst zum dritten Spiel fit. Immerhin kann Löw auf Standardspieler wie Manuel Neuer, Mario Götze oder Thomas Müller setzen. Wie er das Drumherum organisiert und vor allem, wie er die Schwächen in der Abwehr ausgleichen wird, bleibt spannend.

Wie die Chancen der deutschen Nationalmannschaft stehen, hat sich detektor.fm-Moderator Kais Harrabi von Sportreporter-Legende Manni Breuckmann erklären lassen. Der setzt übrigens auf ein Finale ohne Deutschland, wie er im Gespräch verrät.

Manni_Breuckmann_2Mein Tipp ist, dass die Franzosen es packen werden (...) Ich könnte mir vorstellen, dass es ein Endspiel Frankreich gegen Spanien gibt. Ich hoffe natürlich, dass die Deutschen das machen.Manni Breuckmannhat sich in 36 Jahren im Stadion den Status einer Reporterlegende erarbeitet.