Krummes Gemüse gegen Lebensmittelverschwendung

Kann das weg? Nö.

31.08.2017

Lebensmittelverschwendung ist ein Problem, das weltweit Menschen und Umwelt belastet. Der Discounter Aldi Süd hat jetzt angekündigt, in Zukunft auch krummes Gemüse in sein Sortiment aufzunehmen. Helfen solche Maßnahmen?

Lebensmittelverschwendung hat Folgen

Die weltweite Lebensmittelverschwendung hat mehrere Ursachen. Die Probleme fangen schon bei der Produktion an. Fleisch wird auf Masse hergestellt, Fische tot zurück ins Meer geworfen und Obst und Gemüse, das nicht der Norm entspricht, oft direkt aussortiert. Gründe dafür sind die komplexen Vertriebswege, aber auch die Verbraucher. Denn die kaufen oft nur besonders schöne Lebensmittel. Davon aber oft so viele, dass ein Teil wieder weggeschmissen wird.

Wir schmeißen weltweit circa ein Drittel der produzierten Lebensmittel in den Müll. – Stefanie Töwe, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace

In Deutschland landen so jährlich etwa 20 Millionen Tonnen noch essbarer Lebensmittel auf dem Müll. Das sorgt aber nicht nur für volle Müllkippen, sondern hat vor allem drastische Auswirkungen auf die Umwelt. Denn die Produktion von Fleisch und Gemüse verbraucht Wasser, Düngemittel und produziert Treibhausgase. Führt man sich vor Augen, dass die Landwirtschaft der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen in Deutschland ist, kann man den klimaschädlichen Aspekt von Lebensmittelverschwendung erahnen.

Krummes Gemüse

Der Discounter Aldi Süd hat jetzt eine Initiative vorgestellt, die daran etwas ändern soll. In Zukunft wird im Bio-Sortiment auch Obst und Gemüse verkauft, das nicht der gängigen Norm entspricht. Dabei arbeitet die Supermarktkette mit dem Institut für Nachhaltige Ernährung der Fachhochschule Münster zusammen. Die Wissenschaftler sollen das Experiment auswerten.

Ähnliche Initiativen haben in der Vergangenheit auch schon andere Unternehmen wie Edeka und REWE gestartet. Und das mit Erfolg. Mit den neuen Angeboten soll Lebensmittelverschwendung aktiv entgegengewirkt werden, gleichzeitig aber auch ein Bewusstsein bei den Verbrauchern gefördert werden.

Über das Ausmaß von Lebensmittelverschwendung und die Verantwortung von Verbrauchern, Produzenten und Supermärkten hat detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt mit Stefanie Töwe gesprochen. Sie ist Expertin für Landwirtschaft bei Greenpeace.

Stephanie Toewe-Rimkeit, Campaigner Sustainable Agriculture
Stephanie Toewe-Rimkeit, Kampaignerin Nachhaltige LandwirtschaftAls Verbraucher kann ich enormen Einfluss ausüben. Denn ohne die Verbraucher kann der Einzelhandel seine Waren nicht loswerden.Stefanie TöweLandwirtschaftsexpertin bei Greenpeace 

Redaktion: Lukas Gilbert