Medizintourismus in Deutschland

Dr. Germany

20.02.2019

Deutschland ist bei Medizintouristen überaus beliebt. Aus mehr als 80 Nationen kommen Menschen, um sich hier fachmännisch behandeln zu lassen.

Spitzenreiter im Medizintourismus

Aus aller Welt reisen Hunderttausende pro Jahr nach Deutschland. Doch nicht nur wegen der Sehenswürdigkeiten oder des Oktoberfests kommen Menschen hierher. Auch die medizinische Versorgung zieht Bürger aus aller Welt an. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen werden spezielle Behandlungen in den jeweiligen Herkunftsländern nicht immer angeboten. Oder aber gewisse Kliniken sind für bestimmte Methoden international renommiert. Auf jeden Fall profitiert Deutschland vom Medizintourismus. Über eine Milliarde Euro fließen so in das deutsche Gesundheitssystem. Sind die Aufenthalte länger, kommt die Familie oft mit. Das bedeutet für die jeweiligen Standorte weitere Einnahmen für Hotels oder auch die Gastronomie.

Deutschland zählt zu den Top-Destinationen weltweit, da ist die sehr hohe Expertise aber auch die extrem hohe Dichte an medizinischen Einrichtungen ausschlaggebend. – Jens Juszczak, Forschungsleiter für Medizintourismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Kommerz oder Hilfe?

Die Vermittlung der Patienten an Kliniken ist aber umstritten. Eigentlich darf die medizinische Versorgung nicht kommerzialisiert werden. Es gilt der Grundsatz, dass jedem Menschen die bestmögliche und passende medizinische Versorgung gewährleistet werden muss. Die Vermittlung ausländischer Patienten liegt aber in einem gewissen Graubereich. Denn die Agenturen vermitteln nicht nur. Sie dolmetschen zwischen Patient und Klinik und sammeln die wichtigen Dokumente zusammen. Doch auch deutsche Patienten können davon profitieren. Denn Krankenhäuser können mit den zusätzlichen Einnahmen wieder mehr investieren.

Über die Entwicklung des Medizintourismus spricht detektor.fm-Moderatorin Bernadette Huber mit Jens Juszczak.

juszczak_schnittDas ist kein Gesundheitstourismus wie man ihn aus Osteuropa kennt. So eine deutsche Uniklinik besucht man nicht um sich die Zähne zu richten, sondern weil man wirklich krank ist.Jens Juszczakist Forschungsleiter für Medizintourismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg 

Redaktion: Johannes Rau