Mission Energiewende | Lastenrad in der Stadt

Den Verkehr entlasten

30.08.2018

Lastenfahrräder gibt es schon lange. Doch mit Elektrounterstützung werden sie zu echten Konkurrenten für Autos und Transporter. Kann das Lastenrad unseren Stadtverkehr retten?

Der motorisierte Verkehr verstopft unsere Städte. Autofahren macht vielerorts keinen Spaß. Wer mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, ist oft nicht nur stressfreier, sondern auch schneller am Ziel. Aber auch mit Kindern? Oder wenn viel zu transportieren ist?

Lastenrad im Alltag …

Für Paul Fremer ist das kein Problem. Seine Familie bestreitet den Alltag weitestgehend ohne Auto. Ein Lastenrad mit Kindersitz reicht für alle innerstädtischen Transporte.

Foto: detektor.fm/Thibaud SchremserBei uns ist es so, dass ich morgens die ältere Tochter zur Tagesmutter bringe – mit dem Lastenfahrrad – und das in der Regel mit einem Einkauf verbinde. Heute habe ich gleich einen Wasserkasten weggebracht und einen neuen geholt.Paul Fremerfährt fast jeden Tag mit dem Lastenrad durch Nürnberg. 

Wer noch nicht so weit ist, aber gern einmal ein Lastenfahrrad ausprobieren möchte, kann sich in zahlreichen Städten eines ausleihen – kostenlos.

… und auch für Paketlieferungen

In der Logistikbranche kommen immer öfter Lastenräder zum Einsatz. Zahlreiche Paketdienstleister experimentieren mit der Zustellung per Rad – auch wegen der drohenden Dieselfahrverbote.

Die Zustellung per Lastenrad für sich betrachtet hat natürlich diverse Vorteile, angefangen bei den Null-Emissionen bis hin zu einer großen Wendigkeit. Nicht zuletzt entfällt für den Zusteller die heute gerade in den Städten sehr lästige Parkplatzsuche. Boten können per Cargobike teilweise bis vor die Haustür fahren. – Marei Martens, Hermes Unternehmenskommunikation

Doch es braucht mehr als nur ein geeignetes Rad. Die Lieferkette muss neu organisiert werden. Die Sendungen landen zunächst in Zwischenlager, sogenannte Mikrodepots. Von dort werden sie mit dem Lastenrad weiterverteilt. Im einfachsten Fall dient der LKW selbst als Mikrodepot und steht an einer zentralen Stelle.

Wenn wir uns vorstellen: Fünf LKW-Anhänger stehen irgendwo in der Innenstadt rum, in der Mitte eines Blütenblattes, das ist stadtplanerisch auch nicht so schön, das heißt, es muss irgendeine andere Lösung geben. – Petra Schäfer, Frankfurt University of Applied Sciences

Es können zum Beispiel auch bestehende Gebäude, zum Beispiel leerstehende Geschäfte, zu Mikrodepots umfunktioniert werden. Im besten Fall teilen sich die verschiedenen Paketdienstleister ein Depot. In Berlin wird das aktuell erprobt.

Im Gespräch mit Moderator Christian Eichler erklärt detektor.fm-Reporter Thibaud Schremser das Konzept der Paketzustellung per Fahrrad und er erzählt von seinen eigenen Erfahrungen mit dem Lastenrad Konrad.


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"Mission Energiewende" ist eine Kooperation mit dem Ökostromanbieter LichtBlick und dem WWF

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