Netzhelden | Porno-Stars

Es ist egal ob Hirn, Hände oder Pussy

03.04.2017

Pornografie – viele Menschen konsumieren sie und einige produzieren sie auch. Doch einmal im Porno-Geschäft angekommen, ist es für viele danach schwer, wieder ein "normales" Leben zu führen. Wieso ist das so?

Porno-Stars nach der Karriere

Im Schauen von Pornos sind die Deutschen Weltmeister. 12,4 Prozent des weltweiten Konsums findet in Deutschland statt. Trotzdem geben die wenigsten offen zu, dass sie Pornografie auch konsumieren oder gar selbst produzieren. Dabei boomt die Porno-Szene im Internet, speziell die kostenlose Amateur-Szene.

Erfolgreich ist meist der, der mehr als 100 Clips gedreht hat. Bekannte Namen in Deutschland sind Dolly Buster oder Michaela Schaffrath. Doch was man bei ihnen selten bedenkt: Buster und Schaffrath können auch anders „erfolgreich“ sein. Buster ist Geschäftsfrau und hat für die FDP Wahlkampf gemacht. Und Michaela Schaffrath ist heute Schauspielerin. Über die Porno-Vergangenheit der Schauspielerin Sibel Kekilli (u.a. Game of Thrones, Tatort) hat die BILD mehrfach verächtlich berichtet und ist dafür vom Presserat gerügt worden.

Weil Pornodarsteller ihr Geld damit gemacht haben, Sex zu vermarkten, assoziiert man damit eine Charakterschwäche. – Anna Christin Koch, ze.tt

Ästhetische Pornografie

Wegen der Kostenloskultur im Internet ist es heute schwieriger, mit professionellen Porno-Produktionen Erfolg zu haben. Denn durch einschlägige Internetseiten können auch Laien einfach selbstgedrehte Videos veröffentlichen. Nur wenige zahlen für Pornografie oder ihre liebsten Porno-Stars.

Dabei gibt es mittlerweile auch Porno-Produktionen, die feministische, niveauvolle und ästhetische Pornografie herstellen. Die Produzentin Erika Lust hat eine Internetplattform für Pornos erstellt, die Berlinerin Laura Méritt den PorYes-Award ins Leben gerufen. Der Preis geht alle zwei Jahre an die besten feministischen Pornos.

Karriere wie jede andere?

Doch nicht nur deutsche Porno-Stars werden beleidigt und gemieden. Auch amerikanische Stars wie Bree Olson müssen mit den Konsequenzen ihrer „anstößigen“ Jobs kämpfen. Olson wollte gerne nach dem Ende ihrer Karriere Medizin studieren. Doch als die Leute davon erfuhren, wurde sie mit Kritik und Vorwürfen überhäuft.

Die ze.tt-Autorin Anna Christin Koch ist der Meinung, dass wir ehemalige Porno-Stars und auch noch aktive Darstellerinnen und Darteller mit mehr Respekt begegnen sollten. Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Christian Eichler meint sie, es ist egal, wie wir unser Geld verdienen.

Anna Christin Koch, ze.tt, NetzheldenJeder versucht Geld zu verdienen, mit etwas, was einem Spaß macht und das er für richtig erachtet. Anna Christin Kochwill hier keine Doppelmoral mehr. 

Redaktion: Conny Poltersdorf