Netzhelden | Was tun gegen rechte Kommentare im Freundeskreis

Kontaktsperre?

05.09.2016

"Die Flüchtlinge haben alle Smartphones! Die sind doch gar nicht arm, und kriminell sind sie sowieso auch alle." Wer solche Kommentare im Freundeskreis oder in der Familie hört, ist erst einmal schockiert. Doch was kann man gegen solche Kommentare tun? ze.tt-Redakteurin Susanne Dickel weiß Antworten.

Kommentare kosten

Hasserfüllte Kommentare und rechte Hetze gehören mittlerweile leider zum Alltag in Internetforen, Kommentarspalten und bei Facebook. Im Juli hat es die erste bundesweite Razzia gegen Hetzer im Netz gegeben. Wohnungen sind durchsucht und Computer beschlagnahmt worden.

Immer wieder werden Forderungen nach einer schnelleren Löschung von Hasspostings bei Facebook laut. Doch um diese einschätzen zu können, muss man den Feind kennen. Daher hat die Stiftung Warentest eine Liste veröffentlicht, die aufzeigt, wie viel so ein Hass-Post kosten kann.

Rechte Hetze in der Öffentlichkeit

Politiker, Promis und Journalisten wie Dunja Hayali gehen mit den anonymen Drohungen und Hassmails immer öfter an die Öffentlichkeit. Im vergangenen Jahr haben Journalisten mit Migrationshintergrund aus den Hassmails und Kommentaren, die sie von ihrem Publikum bekommen haben, gleich eine ganze Lesung gemacht.

Intimität statt Anonymität

Hass und rechte Parolen gibt es aber nicht nur im gefühlt anonymen Internet. Schon auf der Straße fängt es an, wenn beispielsweise ein Kind seiner Mutter erklärt, dass die Flüchtlinge die Handys ja alle klauten, und die Mutter daraufhin nickend zustimmt. Doch wie reagiert man am besten in einer solchen Situation? Sollte man was sagen? Fragen, woher das Kind denn die Info hat?

Auf eine andere Art unangenehm wird es, wenn auf einmal Freunde oder Familienmitglieder Sätze loslassen wie: „Ach du, mit den Flüchtlingen will doch eh keiner was zu tun haben.“ Da kann die politische Einstellung schon mal die Freundschaft oder Familienbande zerstören. Und jetzt? Auf rechte Kommentare eingehen, versuchen zu diskutieren oder einfach den Kontakt abbrechen?

Man sollte generell versuchen, im Gespräch zu bleiben und Fragen zu stellen, um herauszufinden, wo stehen die Leute eigentlich. Sagen die einfach nur, was sie vielleicht irgendwo im Netz aufgeschnappt haben? – Susanne Dickel, ze.tt-Redakteurin

Was man noch so tun kann, wenn Freunde oder Familienmitglieder mit rechten Sprüchen oder gar Parolen schocken, darüber hat detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt in unserer Serie Netzhelden mit ze.tt-Redakteurin Susanne Dickel gesprochen.

Susanne Dickel von zettWenn man gar nicht so richtig weiß, wie man in einer Situation begegnen kann, dann kann man auch erst mal sagen: 'Okay, das widerspricht aber dem, was ich darüber weiß' oder 'Das klingt irgendwie rassistisch.'Susanne Dickelhat sich mit dem Umgang rund um Hasskommentare beschäftigt.  

Redaktion: Maren Schubart