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Neue Protestform in Israel: Campen gegen zu hohe Mieten und Lebenshaltungskosten

In Israel protestiert der Mittelstand, doch einmal geht es nicht um den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Die Menschen zelten auf den Straßen, um auf überteuerte Mieten und hohe Lebenshaltungskosten aufmerksam zu machen.

Ulrich Sahm - der Nahost-Korrespondent über soziale Unruhen in Israel.

der Nahost-Korrespondent über soziale Unruhen in Israel.
Ulrich Sahm

Der Rothschild-Boulevard in Tel Aviv gleicht in diesen Tagen einer Hippie Zeltstadt aus den späten 60er Jahren. Hier campen neben Ärzten, Künstlern und jungen Eltern auch Studenten. Sie alle wehren sich gegen zu hohe Mietpreise, Kindergartengebühren und niedrige Löhne. Wenn sich junge, gut ausgebildete Leute ohne elterlichen Finanzzuschuss keine eigene Wohnung leisten können, läuft irgendetwas schief. Die Löhne im Mittelstand sind in den letzten Jahren kaum gestiegen, die Lebenshaltungskosten dagegen umso mehr. Auch die Infrastruktur, soziale Leistungen und das Gesundheitssystem wurden von der Regierung um Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vernachlässigt.

Doch gerade die Mittelschicht trägt enorm zur Wirtschaftskraft des Landes bei. Warum sie unter der ungerechten Sozialpolitik der Regierung leidet und wieso die Proteste ausgerechnet jetzt stattfinden, erklärt Ulrich Sahm. Er arbeitet seit 1975 als Nahost-Korrespondent für deutsche Medien wie n-TV in Jerusalem und ist bei detektor.fm im Gespräch: