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Mit wachem Blick finden sich viele Orte zum Bouldern in der Stadt. Astrid Wulf | detektor.fm
Bild: Astrid Wulf | detektor.fm

On The Rocks | Buildering

Die Eroberung der Stadt

Mauern statt Felsblöcke, Fassaden statt künstliche Griffe: In vielen Städten hat sich inzwischen eine Buildering-Szene entwickelt. Dabei suchen sich Boulderer Routen im urbanen Raum und klettern an Bauwerken hoch.

On The Rocks – der Boulder Podcast wird präsentiert von Mammut. Absolute alpine!


Buildering: Weder Fels noch Halle

dreamtime

Anzeige: Mammut

Sie erklimmen Türme, Brücken und Häuser: in vielen deutschen Städten probieren sich Boulderer und Kletterer inzwischen an Bauwerken aller Art aus. Namen gibt es dafür viele: Buildering, Urban Climbing oder Fassadenklettern zum Beispiel. Das ist für Boulderer nicht nur eine Abwechslung neben Halle und Fels, sondern kann auch schön aussehen.

Das zeigen Tom Gehler und seine Freunde, die das Fotografieren dazu animiert, an Bauwerken hochzukraxeln und die Kletterer in Szene zu setzen: zum Beispiel an Steinbrücken, vor imposanten Denkmälern oder in riesigen Objekten, die den Menschen winzig erscheinen lassen. Um andere nicht zu stören und vielleicht auch, um nicht gestört zu werden, sind sie oft sehr früh oder sehr spät unterwegs. Manchmal kassieren sie trotzdem Kritik für ihre waghalsigen Aktionen.

https://www.instagram.com/p/BajVLnVjmLH/?taken-by=panoral.foto

Tom Gehler - sucht sich fürs Buildern auch Routen aus, für die er viele Versuche braucht.

sucht sich fürs Buildern auch Routen aus, für die er viele Versuche braucht.
Für mich ist es so, dass ich niemanden belästigen will, und da gibt’s so eine Stelle, wo wir gerne hingehen, und da ist viel Fahrradverkehr, viele Fußgänger sind unterwegs. Wenn wir da am Wochenende sind, kann’s schon sein, dass wir mit unseren Crashpads auch bisschen den Fußweg versperren. Deshalb gehe ich dann lieber im Dunkeln oder bei Regen hin.Tom Gehler

Rechtliche Grauzone?

Buildering reizt Tom Gehler vor allem als Abwechslung. Genau wie Tim Jacobs klettert er auch viel in den Bergen. Aber wenn die Zeit knapp ist und sie draußen klettern wollen, dann können beide den Mauern, Brücken & Co nicht widerstehen. Ihnen ist klar, dass in der Stadt andere Regeln herrschen als in der Natur.

Tim Jacobs - buildert seit mehr als zehn Jahren und hat zwei Buildering-Führer veröffentlicht.

buildert seit mehr als zehn Jahren und hat zwei Buildering-Führer veröffentlicht.
Buildering ist in Deutschland nicht verboten. Es gibt kein Gesetz, das es grundsätzlich verbietet. Aber es ist natürlich so, dass man ein paar Grundregeln beachten muss.Tim Jacobs

Das Wichtigste beim Buildering ist für Tim sicherzustellen, dass keine anderen Leute gefährdet werden. So empfiehlt er zum Klettern zum Beispiel nur Brücken, unter denen kein (reger) Fußgänger-, Fahrrad- oder Autoverkehr herrscht. Darüber hinaus sollten die Boulderer darauf achten, die Gebäude nicht zu beschädigen. Magnesia verwendet Tim wenn überhaupt nur so wenig, dass er es danach wieder wegbürsten kann.

An privaten und denkmalgeschützten Gebäuden darf keiner einfach so hochklettern. Wer es dennoch auf ein Bauwerk abgesehen hat und sichergehen will, sollte eine Erlaubnis erfragen, rät Tim. Die Gesetzeslage ist auch Thema in seinem Builder-Führer. Darin werden neben den Grundlagen Orte und Routen in ganz Deutschland beschrieben: in Großstädten wie Berlin, Hamburg, Dresden, Köln und München, aber zum Beispiel auch in Göttingen, Krefeld oder Worms.

https://www.instagram.com/p/BRkYNw5DjOO/?taken-by=panoral.foto

detektor.fm-Redakteurin Astrid Wulf hat mit Tim Jacobs und Tom Gehler ausführlich übers Buildering gesprochen.


Im Podcast On The Rocks sammeln wir alle Episoden. Alle Folgen gibt es auch direkt bei Apple PodcastsDeezer und Spotify.


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