On The Rocks | Interview mit Profi Jan Hojer

"Ich hoffe, dass das Familiäre beim Bouldern nicht verloren geht."

26.10.2017

Er ist einer der erfolgreichsten Boulderer Deutschlands: Jan Hojer ist diesjähriger Europameister und Gewinner des Weltcups in München. Mehrfach war der 25-Jährige schon Deutscher Meister. Nun träumt er von Olympia 2020. Wir haben mit ihm über Wettkämpfe, den Reiz des Boulderns und den Bouldern-Boom gesprochen.

On The Rocks – der Boulder Podcast wird präsentiert von Mammut. Absolute alpine!


Jan Hojer: Bouldern bestimmt den Alltag

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Er hat sich bis an die Weltspitze hinaufgebouldert und ist einer von wenigen Deutschen, die vom Klettern leben können: Dafür hat Jan Hojer hart gearbeitet, aber nie die Freude am Klettern verloren. Mehrfach war der 25-Jährige schon Deutscher Meister  und Europameister im Bouldern, außerdem Gewinner einzelner Weltcup-Stationen wie München und 2014 auch der Beste beim Weltcup insgesamt. Dafür trainiert er oft zwei Mal am Tag bis zu sechs Tage in der Woche und ist viel unterwegs. Zu Hause in Köln ist er nur selten, erzählt er im Interview. Sein Alltag wird durch die Wettkämpfe und Kletterreisen bestimmt.

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Back to the roots

Trotzdem oder gerade deshalb freut Jan Hojer sich, wenn er es mal wieder schafft, in seiner Heimatstadt Frechen zu klettern und zu bouldern. Die liegt gut 15 Kilometer westlich von Köln und dort hat er vor vielen Jahren seine Liebe zum Klettern entdeckt  – dank seiner Schwester, die das im Rahmen eines Schulprojekts ausprobiert hatte.

Da war Jan Hojer elf Jahre alt. Lange war Bouldern für ihn dann nur Zusatztraining im Winter, im Fokus stand das Seilklettern. Auch, weil es in seiner Jugend noch keine internationalen Boulderwettkämpfe gegeben habe, erklärt er. Doch er habe früh gemerkt, dass seine Stärke bei kürzeren Routen liegt. Und so verschrieb er sich nach dem Abitur vor sechs Jahren ganz dem Bouldern. Eigentlich sollte es nur ein Jahr Kletterauszeit werden. Aber durch die Erfolge, die Profi-Karriere und den Spaß, den er dabei immer noch hat, muss der Studienwunsch warten.

Jan HojerDie größten Fortschritte, die ich am Anfang gemacht habe, habe ich dadurch erreicht, einfach viele Klettermeter zu sammeln, viel Erfahrung zu sammeln und vor allem immer mit Spaß dabei zu bleiben. Echte, stupide Trainingseinheiten habe ich erst vor wenigen Jahren angefangen, um an meinen Schwächen zu arbeiten.Jan Hojerklettert und bouldert seit 14 Jahren. Foto: Rainer Eder | Archiv Mammut 

Der Traum von Olympia

Von seinen Erfahrungen im Lead, wie das Seilklettern offiziell heißt, kann Jan Hojer jetzt profitieren. Denn ein großes Ziel ist, dabei zu sein, wenn Klettern 2020 olympisch wird. In Tokio werden die Athleten dann im Bouldern, im Lead- und im Speedklettern gegeneinander antreten. Beim Speedklettern geht es, wie der Name schon sagt, darum, bestimmte Routen so schnell wie möglich zu meistern.

Deshalb trainiert der Kölner Profisportler inzwischen alle drei Disziplinen. So hat er in diesem Jahr zweieinhalb Monate in Innsbruck gelebt und das Seilklettern trainiert. Anfang November stehen noch die Deutschen Meisterschaften auf der Agenda. Dann hofft Hojer, dass auch mal wieder Zeit fürs Bouldern am Fels ist.

Jan Hojer liebt es, am Fels zu klettern. Rainer Eder | Archiv Mammut

Jan Hojer liebt auch das Klettern und Bouldern am Fels. Foto: Rainer Eder | Archiv Mammut

 

Unsere Boulder-Beauftragte Astrid Wulf hat Jan Hojer ausgefragt:


Im Podcast On The Rocks sammeln wir alle Episoden. Alle Folgen gibt es auch direkt bei Apple PodcastsDeezer und Spotify.


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