On The Rocks | Was ist Bouldern?

Körperrätsel, Freiheit und Kindheitstraum

13.07.2017

Bouldern: für die einen ist es nur ein Trendsport, für andere bedeutet es viel mehr. Warum begeistert Bouldern immer mehr Menschen? Und was ist das überhaupt genau? Das fragen wir im ersten Teil unserer neuen Serie.

On The Rocks – der Boulder Podcast wird präsentiert von Mammut. Absolute alpine!


Kletterer-Anzahl schießt in die Höhe

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Immer mehr Menschen begeistern sich inzwischen fürs Klettern und speziell fürs Bouldern. Deutschlandweit kommen immer neue Indoorhallen dazu. Der Trend lässt sich zum Beispiel an den Mitgliedern des Deutschen Alpenvereins (DAV) ablesen. Der Fachverband für das Sport- und Wettkampfklettern befragte 2004 seine 730.000 Mitglieder und 18 Prozent gaben an, regelmäßig Kletterhallen zu besuchen.

Neun Jahre später, 2013, waren es schon eine Million Mitglieder, von denen 25 Prozent bestätigten, in Hallen Sportklettern zu betreiben. Noch dazu kommen elf Prozent, die angaben, indoor zu bouldern. Insgesamt geht der DAV übrigens von mindestens 500.000 aktiven Kletterern in Deutschland aus.

Bouldern bedeutet Klettern in Absprunghöhe ohne Seil, wobei Weichboden-Matten einen eventuellen Sturz abfangen. Beim Bouldern geht es um das Bewältigen möglichst schwerer Einzelzüge oder Bewegungsabläufe. Dabei ist Schwierigkeit schon lange nicht mehr gleichbedeutend mit möglichst kleinen Griffen: Wer bei Boulder-Wettkämpfen vorne mit dabei sein will, braucht neben einem hohen Maß an Athletik auch eine sehr gute Beweglichkeit sowie ein ausgeprägtes Koordinationsvermögen. – DAV

Dabei ist die Motivation, die Menschen zum Bouldern bringt, ganz unterschiedlich. In Leipzig haben wir uns in der Boulderhalle „Kosmos“ umgehört. Eine junge Frau erklärt Bouldern ihren Freunden als „Körperrätsel lösen“, weil jede Route wie ein neues Rätsel ist, das sie durch bestimmte Bewegungen ihres Körpers lösen kann.

Ein junger Mann gibt an, vor allem das Freiheitsgefühl zu lieben, wenn er die Kletterwände erklimmt. Für den nächsten ist Bouldern ein wahrgewordener Kindheitstraum, weil es ihn an das Klettern im Wald erinnert. Die meisten hier möchten auch das Gemeinschaftsgefühl nicht missen und gehen deshalb oft mit Freunden in die Kletterhalle.

Halle, Fels oder doch Steinmauer?

Für manche reicht es nicht aus, indoor zu klettern und zu bouldern. Sie zieht es dann an Felswände oder in Steinbrüche. Wer draußen klettern will, muss aber einiges beachten. Der DAV hat eine Seite mit Informationen zum naturverträglichen Klettern an über 4.000 Felsen in Deutschland zusammengestellt.

Wer nicht bis zum nächsten Steinbruch oder Bouldergebiet fahren kann, der könnte es auch an Brücken, Mauern und Gebäuden probieren. Wo das geht und was es dabei zu beachten gibt, hat der Wiesbadener Tim Jacobs in einem Buch übers Buildering zusammengetragen.

Tim Jacobs ist Kletterer und BouldererDas Besondere am Bouldern ist, dass es ganz schnell ohne viel Equipment gemacht werden kann und dass man sich ganz spontan dazu verabreden kann.Tim Jacobsist erfahrener Kletterer und Boulderer. Besonders gut kennt er sich mit dem Buildering aus. 

Das Klettern draußen schauen wir uns in späteren Podcast-Folgen genauer an. Im ersten Teil wollte Astrid Wulf erst nochmal wissen, was ist Bouldern überhaupt. In einer Leipziger Boulderhalle hat sie nachgefragt und hat von den Kletterern auch erfahren, was sie ganz persönlich am Bouldern fasziniert.


Im Podcast On The Rocks sammeln wir alle Episoden. Alle Folgen gibt es auch direkt bei Apple PodcastsDeezer und Spotify.


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