Rechte jagen Menschen in Chemnitz

Wer sind die "Kaotic"-Hooligans?

27.08.2018

Am Sonntag mobilisiert die Chemnitzer Hooligan-Gruppe "Kaotic" 800 Personen zu einer Spontandemonstration in der Innenstadt. Auf der Demonstration kommt es zu Angriffen auf Migranten. Wer steckt hinter "Kaotic"?

Ausschreitungen in Chemnitz

Am Sonntag kommt es während einer Spontandemonstration in Chemnitz zu Ausschreitungen. Teilnehmer der Demonstration machen dabei Jagd auf Menschen, die sie für Ausländer halten.
Zu der Demonstration ruft die Hooligan-Gruppe „Kaotic“ auf. Nach Polizeiangaben folgen diesem Aufruf 800 Personen in die Chemnitzer Innenstadt.

Kaotic Chemnitz ist mal aus dem Umfeld von „Hooligans-Nazis-Rassisten“ kurz HoNaRa entstanden und war der Versuch mit einem politisch weniger verbrannten Namen wieder in die Fußballöffentlichkeit zu treten. Wobei sich die Gruppe relativ schnell wieder als rechtsextrem einen Namen machte. – Robert Claus, Kompetenzzentrum Fankulturen & Sport bezogene soziale Arbeit

Anlass für die Demonstration ist eine gewaltsame Auseinandersetzung beim Chemnitzer Stadtfest. In Folge einer Messerattacke verstirbt ein 35-jähriger Mann in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Rechte Gruppierungen, darunter auch die „Kaotic“-Hooligans, machen daraufhin Ausländer für die Tat verantwortlich. Die Polizei hat die Ermittlungen bis jetzt noch nicht abgeschlossen.

Gut vernetzte Szene

Vor allem mit Cottbus und Dortmund ist die Chemnitzer Hooligan-Szene vernetzt. Die Chemnitzer Gruppe „NS-Boys“ war beispielsweise an den Ausschreitungen beim Spiel des SV Babelsberg 03 gegen Energie Cottbus beteiligt. Dort ist es zu einem Platzsturm gekommen, bei dem rechtsextreme Parolen skandiert wurden.

Im Januar 2016 kam es zu einem massiven Angriff auf den Leipziger alternativen Stadtteil Connewitz, wo auch wieder Leute aus Chemnitz dabei waren. – Robert Claus

Über das Netzwerk der Chemnitzer Hooligans hat detektor.fm-Moderator Christian Erll mit Robert Claus vom Kompetenzzentrum Fankulturen & Sport bezogene soziale Arbeit gesprochen.

ChemnitzIch habe das Gefühl, dass man bei Hooligans sehr schnell die Fußballbrille auf hat. [...] Man braucht aber auch die Kampfsportbrille, sonst versteht man die Szene nur zur Hälfte.Robert Clausarbeitet für die „Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit“ in Hannover. 

Redaktion: Yannic Walther