„Oldschool Society“: Neue rechtsextreme Gruppierung

Nächste Welle rechter Gewalt?

06.05.2015

"Oldschool Society" lautet der Name einer rechtsextremen Gruppierung, die heute für Aufsehen gesorgt hat. In fünf Bundesländern hat es Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern gegeben. Vier von ihnen sind festgenommen worden. Welche Bedrohung geht von der OSS aus?

Razzia gegen Rechtsextreme

Bei einem bundesweiten Polizeieinsatz sind am heutigen Mittwoch in Sachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Wohnungen einer neuen rechten Gruppierung durchsucht worden. Laut Angaben der Bundesanwaltschaft wurden daraufhin vier Mitglieder festgenommen: drei Männer und eine Frau, im Alter von 22 bis 56 Jahren. Die sogenannte „Oldschool Society“ (OSS) soll sich bereits im November 2014 formiert haben.

Anschläge geplant

Insgesamt sind 250 Beamte im Einsatz gewesen. Bei den vier Festgenommenen konnten Sprengmittel sichergestellt werden. Nach bisherigen Ermittlungen haben sie Anschläge gegen Moscheen, bekannte Salafisten und Asylbewerbeheime geplant. Wo und wann genau diese stattfinden sollten, ist bisher jedoch noch unklar. Keine genauen Erkenntnisse gibt es momentan auch über die Ausmaße, die Struktur und die Vernetzung der Gruppierung. Klar hingegen ist, dass sie nach starken hierarchischen Strukturen funktioniert, so soll es einen „Präsidenten“ und einen „Vize“ gegeben haben.

Stimmungsmache gegen Ausländer auf Facebook

Auf ihrer Facebook-Seite (aktuell nicht mehr abrufbar) warnen sie ausdrücklich vor der Verwendung von Nazi-Symbolik:  „Wir, die Führungsebene, wollen diese Organisation sehr lange am Leben halten und diese auch nicht durch unüberlegtes Handeln an den Nagel hängen!“ Dennoch finden sich vor allem Artikel, die Straftaten von Ausländern und Asylbewerbern auflisten, kommentiert mit zynischen und rassistischen Bemerkungen.

Über die aktuellen Erkenntnisse und die Einordnung der Gruppe hat detektor.fm-Moderator Konrad Spremberg mit dem Journalisten und Autor des Buches „Neue Nazis“, Toralf Staud, gesprochen.

findet, dass Rechtsextremismus in Ostdeutschland definitiv ein größeres Problem ist. Foto: © Gerrit HahnDie rechtsextremistische Szene hat durch die aktuelle Anti-Islam-Mobilisierung stärker als zuvor das Gefühl, dass sie - zum Beispiel mit Sprengstoffanschlägen auf Islamisten - so etwas wie die Vollstrecker der öffentlichen Meinung sind.Toralf Staudbegrüsst die erhöhte Aufmerksamkeit der Behörden. Foto: Gerrit Hahn 

Redaktion: Simone Müller