Rechtspopulistische Gruppen auf „Dunkelfacebook“

Patriot, willst du mein Freund sein?

15.03.2016

Ein Blick in die Facebook-Kommentare ist oft erschreckend: Beleidigungen, Hetze, fremdenfeindliche Sprüche. Es geht jedoch noch derber. In rechtspopulistischen Facebook-Gruppen organisieren sich AfD-Anhänger und Co. – vermeintlich unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Journalistin Jasmin Schreiber hat mit einem Fakeprofil einen Blick ins "Dunkelfacebook" geworfen.

Bedrohung aus der Social-Media-Welt

Im September 2015 hat sich Justizminister Maas in einem öffentlichen Brief an Facebook gewandt. Er kritisiert darin die Plattform dafür, wie sie mit fremdenfeindlichen und gewaltverherrlichenden Kommentaren umgeht. Facebook erklärt in den Geschäftsbedingungen, dass „sämtliche Hassbotschaften“ durch das Unternehmen entfernt werden. Dabei, so argumentiert Maas, müsse Facebook konsequenter vorgehen. Auch rechtspopulistische Gruppen nutzen die verborgenen Winkel von „Dunkelfacebook“ als eine Kommunikationsplattform.

Dunkelfacebook: Vernetzung rechtspopulistischer Gruppen

Ängste schüren und gemeinsame Feindbilder schaffen, darauf scheinen sich viele rechtspopulistische Gruppen nicht nur in der Realität, sondern auch im Netz zu stützen. Dabei sind „Wir sind das VOLK“, „Heimatliebe“ oder „Merkel muss weg” nur einige Beispiele für Gruppen, die sich in den Untiefen von Dunkelfacebook verbergen.

Sie denken wirklich, sie sind die Mehrheit. Sie denken wirklich, sie sind DAS Volk. Das meinen die auch so und, dass alle so denken und nur sie sich trauen, das auszusprechen. Deswegen sind sie auch so freundlich, wenn neue Leute hinzukommen, um die leichter reinzuziehen. – Jasmin Schreiber, freie Journalistin

Wie sich diese Gruppen bei Facebook organisieren und wer hinter ihnen steht, darüber hat detektor.fm-Moderatorin Karolin Döhne mit Jasmin Schreiber gesprochen. Sie arbeitet als freie Journalistin und hat sich mit einem Fakeprofil bei rechtspopulistischen Facebookgruppen angemeldet.

Dunkelfacebook_Portrait Jasmin SchreiberEs ging um Flüchtlinge, aber auch um sehr viel Kritik im Sinne von Hass gegen die Bundesregierung – vor allem in Hinblick auf Frau Merkel. Jasmin Schreiberist freie Journalistin und Illustratorin.  

Redaktion: Theresa Strohbach