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Reform im Gesundheitssystem: Kommt der Zertifikate-Handel für Operationen?

Der Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen GKV prüft aktuell, ob „planbare Operationen“ neu geregelt werden können. Das Prinzip dahinter gleicht dem Emissionsrechtehandel bei CO2. Wie soll das funktionieren?

Ann Marini - Sprecherin des «Spitzenverbandes GKV».

Sprecherin des «Spitzenverbandes GKV».
Ann Marini

Die Kritik ist deutlich: Krankenhäuser würden einfach zu häufig Operationen durchführen, die medizinisch nicht wirklich nötig sind. Diese streiten das zwar ab – dennoch soll die Vergabe von Operationen neu geregelt werden.

Über Zertifikate sollen Krankenhäuser künftig sogenannte „planbare“ Operationen, wie zum Beispiel an Hüfte oder Knie, zugeteilt bekommen – oder eben auch von anderen Kliniken erwerben können, wenn ihr Kontingent aufgebraucht ist.

Damit soll die steigende Anzahl an Operationen in den Krankenhäusern verringert werden. Notfalloperationen sind von der möglichen Neuregelung nicht betroffen.

Der Vorstoß zum möglichen neuen System kam nun von AOK Rheinland/Hamburg-Geschäftsführer Günter Wältermann und dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen GKV. Vorbild dafür ist der Handel mit Zertifikaten für CO2-Emissionen.

Wie ein solches Modell funktionieren könnte und wann eine Neuregelung notwendig sein wird, erklärt Ann Marini vom Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen GKV.