Refugee Conference Hannover

"Worten müssen auch Taten folgen"

24.08.2015

Von Flüchtlingen, für Flüchtlinge: Ein Wochenende lang haben sich Geflüchtete aus ganz Deutschland bei der Refugee Conference in Hannover getroffen, um sich auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.

Refugee Concerence: Die Idee

„Ich mag kein Blabla. Worten müssen auch Taten folgen“, sagt Napoli mit viel Überzeugung. Die Sudanesin ist seit drei Jahren in Deutschland, verheiratet – und steht kurz vor ihrer Abschiebung. Sie ist in Hannover registriert, lebt aber in Berlin. „In jedem Bundesland gibt es unterschiedliche Regulationen, unterschiedliche Gesetzte, unterschiedliche Erfahrungen. Und mittlerweile gibt es viele unterschiedliche Gruppen von Geflüchteten, die aktiv sind.“ Mit der Refugee Bustour kam Napoli auch bei einem Camp der Sudanesen in Hannover vorbei. Und so entstand die Idee einer „Refugee Conference“.

Wir müssen uns vernetzten. Und das nicht nur über das Telefon und E-Mail. Wir müssen uns sehen, wir müssen uns persönlich kennen lernen. Und erfahren, wer mit wem zusammen arbeitet, wer was macht, wer wöfür und wie kämpft. Nur so können wir zusammenkommen.

Teilnehmer aus der ganzen Welt

Fast jedes Gespräch auf der Konferenz begann mit der Frage: „Deutsch, English, Français, Arabic?“ Die Teilnehmer sind aus ganz verschiedenen Teilen der Welt gekommen – aus Syrien, Afghanistan, Sri Lanka, Sudan oder Kenia.

Sam ist Syrer und lebt heute in Dortmund. Er war von der Mischung der Besucher auf der Konferenz begeistert: „Ich habe noch nie mit so vielen unterschiedliche Menschen wie hier auf einem Haufen gesprochen!“ Er traf Mitglieder der Organisation Women in Exil, einer Organisation, die vor allem geflüchtete Frauen unterstützen will. Sam lebt derzeit in Dortmund – und dort sei die Situation für Geflüchtete schwierig, erzählt er.

Was ich aus dieser Konferenz mit nach Hause nehme sind Notizen, viele neue Erfahrungen und die Chance, tolle Menschen kennengelernt zu haben. Wir haben unsere Kontakte ausgetauscht und uns versprochen, in Kontakt zu bleiben, noch aktiver zu werden.

Austausch und Workshops

Neben dem Austausch untereinander wurden in Hannover auch Workshops für die rund 150 Teilnehmer angeboten. Dort wurde beispielsweise erklärt, was sich durch das neue Asylgesetz für die Asylbewerber ändert und worauf Geflüchtete achten müssen, wenn sie aktiv werden wollen.

Über die Refugee Conference in Hannover hat detektor.fm-Moderator Konrad Spremberg mit Fanny Kniestedt gesprochen. Sie hat an der Konferenz für Geflüchtete teilgenommen und berichtet von ihren Erlebnissen.

Fanny KniestedtEs waren 150 Leute dabei, von verschiedenen Organisationen und aus aller Herren Länder. Das Ziel war, dass sich die Geflüchteten persönlich austauschen und gegenseitig unterstützen.Fanny Kniestedtwar bei der Refugee Conference in Hannover dabei. 

Redaktion: Fanny Kniestedt