Richtwerte für Alkoholkonsum

Wie viel Alkohol ist okay?

13.04.2018

Wer sich ausgewogen ernähren möchte, der kann sich an den offiziellen Richtwerten zur Nährstoffzuhr orientieren. Dort gibt es Richtwerte zu Zucker, Kohlenhydraten – und Alkohol. Eine neue Studie kritisiert diese Richtwerte für Alkohol. Wo kommen diese Richtwerte eigentlich her?

Die Menge macht’s

Grundsätzlich wissen wir es ja alle: Alkohol ist ungesund. Die meisten von uns trinken ihn trotzdem. In Maßen ist das schon okay, denkt man sich. Das sagen schließlich auch die offiziellen Richtwerte für Alkohol. In Deutschland betragen diese Richtwerte für Männer 20g/Tag und für Frauen 10g/Tag. Das entspricht ungefähr einem kleinen Bier oder einem Glas Sekt für Frauen, für Männer entsprechen die doppelte Menge. Außerdem wird von täglichem Alkoholkonsum abgeraten.

Beim Alkohol haben wir einen Stoff, wo beim übermäßigen Konsum ein Schaden entstehen kann. Wir leiten hier wir einen Refernzwert ab, der vom Vorsorgegedanken getragen ist. Wir schauen uns an, wie viel man maximal zu sich nehmen sollte, ohne dass es zu Schäden kommt. – Margit Richter von der DGE

Wissenschaftler haben in einer neue Langzeitstudie knapp 600 000 Menschen begleitet und ihren Alkoholkonsum und Gesundheitszustand untersucht. Dabei sind sie zu dem Ergebnis gekommen, dass sich bereits eine geringe Menge Alkohol negativ auf die Lebenslänge und das Herz-Kreislaufsystem auswirken können. Deswegen empfehlen sie, die Richtlinien für risikoarmen Alkoholkonsum auf maximal 100g/Woche festzulegen.

Andere Länder, andere Richtwerte

Die Richtwerte für risikoarmen Alkoholkonsum unterscheiden sich in verschiedenen Ländern. Das stellte 2016 auch eine US-amerikanische Studie fest. Es gibt zwar eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation, aber letztendlich ist es den Ländern selbst überlassen, ob und wie sie einen Richtwert für Alkohol definieren möchten.

In den einzelnen Ländern bewerten die Experten die Daten, das sehen wir auch bei anderen Referenzwerten, das ist nicht nur bei Alkohol der Fall. Bei manchen Referenzwerten sind sich die Länder relativ einig und bei anderen Richtwerten bewerten die Expertengruppen die Informationen unterschiedlich. – Margit Richter

Die deutschen Richtlinien legt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) fest. Worauf diese Richtwerte basieren und wie sie die neueste Studie und deren Kritik an den Richtwerten beurteilt, darüber hat detektor.fm-Moderator Erik Mickan mit Margit Richter gesprochen. Sie arbeitet bei der DGE im Referat Wissenschaft.

Redaktion: Lara Lorenz