Russisch Brot | Sexualisierte Gewalt im Umfeld Fußball

"Das wichtigste ist, dass jeder ein Verständnis dafür bekommt"

06.07.2018

Immer wieder berichten Frauen von sexualisierter Belästigung beim Fußball-Schauen, ob im Stadion oder beim Public Viewing. Ein Netzwerk möchte nun dagegen vorgehen.

Russisch Brot ist der Podcast zur Fußball-WM 2018 von der taz und detektor.fm. Und wer die taz kennt, weiß, dass es um mehr als Traumtore, Schwalben und vergebene Chancen gehen kann. Gemeinsam werfen wir einen Blick auf alles was passiert in Russland – auf und neben den Plätzen.


 Auch Frauen sind Fußball-Fans

Im Frühjahr dieses Jahres wurde ein Mädchen in einem Sonderzug mutmaßlich vergewaltigt. Ein weiterer Fall von sexualisierter Gewalt männlicher Fußball-Fans gegenüber Frauen. taz-Autorin Hanna Voss berichtet von verschiedenen Vorfällen im Stadion, beim Public Viewing oder auf den Wegen dorthin und zurück.

In den Zügen ist die spezielle Situation, dass man natürlich keine Möglichkeit hat auszuweichen. Wenn man dann mit einer ganzen Gruppe von Fans in einem Sonderzug sitzt ist das eine schwierige und oft sehr blöde Situation, wo auch schon krassere Sachen passiert sind. – Alina Schwermer, taz

Das Spektrum der Fälle reicht von Anmachen über Antatschten, bis hin zu sexueller Belästigung oder Vergewaltigung. Die Polizei oder Ordner sind teilweise hilflos, denn nicht immer sind die ersten Schritte strafbar.

Wer kann Verantwortung tragen?

Es gibt verschiedene Ansätze mit dem Problem umzugehen. Zum Beispiel hat sich das Netzwerk „F_in Frauen im Fußball“ zur Aufgabe gemacht die Sensibilisierung in Vereinen, der Fanszene und Verbänden voranzutreiben. Zur neuen Saison soll es beispielsweise Umfragen zu sexualisierter Gewalt geben.

Das Wichtigste ist, dass jeder dafür ein Verständnis bekommt. Oder das jeder mitgeteilt bekommt, dass sowas nicht cool ist. Was gleichzeitig das Schwierigste ist, weil das ein unheimlich langer Prozess ist, sowas in die Gesellschaft einzupflanzen. – Alina Schwermer

Alina Schwermer ist Redakteurin bei der taz und hat zu dem Thema einen Artikel geschrieben. Darüber und über die Viertelfinals der WM spricht sie mit detektor.fm-Moderatorin Barbara Butscher. Andreas Rüttenauer ist taz-Korrespondent und reist durch Russland. Er kommt gerade zurück nach Kasan und erzählt von der Feierstimmung in dem Ort, in dem die Deutschen ausgeschieden sind.

ist seit April 2014 Chefredakteur an der Doppelspitze der Tageszeitung taz.Feiern darf nicht jeder. WM ist nicht überall. Und sie interessiert auch nicht jeden. Andreas Rüttenauerreist für die taz zur WM durch Russland und macht immer wieder interessante Bekanntschaften. 

Alle Folgen können Sie von Montag bis Freitag ab 10.15 Uhr im detektor.fm-Wortstream hören und jederzeit und überall im Podcast „Russisch Brot“.


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