Russisch Brot | Gündogan und Özil

"Bloß nicht zu politisch"

16.06.2018

Vor dem ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft könnte die Stimmung besser sein. Noch immer wird über das Treffen zwischen den Nationalspielern Özil und Gündogan und dem türkischen Präsidenten diskutiert.

Russisch Brot ist der Podcast zur Fußball-WM 2018 von der taz und detektor.fm. Und wer die taz kennt, weiß, dass es nicht ausschließlich um Spielergebnisse und Torwartfehler gehen kann. Zusammen wollen wir alles beleuchten, was auf den Plätzen – aber auch abseits der Plätze passiert.

Gündogan und Özil im Fokus

Eigentlich könnte die DFB-Elf gut ohne Störfeuer, wenn sie am Sonntag bei ihrem ersten WM-Spiel auf Mexiko trifft. Zuletzt lag der Fokus allerdings eher auf Ilkay Gündogan und Mesut Özil. Die haben seit dem Treffen mit Recep Tayyip Erdogan für viel Diskussionsstoff gesorgt. Eine Diskussion, in der es in der Öffentlichkeit vor allem um Integration geht, aber auch um hässliche Anfeindungen gegen die beiden Spieler.

Dabei müsste es in der Debatte eigentlich um politische Bildung gehen. Das meint zumindest Hanna Voss von der taz. Sie ist nach Bochum und Gelesenkirchen gefahren und hat sich dort mit ehemaligen Lehrern, Trainern und Bekannten von Özil und Gündogan getroffen. Dass die beiden das Treffen mit dem türkischen Präsidenten als politischen Auftritt gesehen haben, glaubt sie nicht.

Mir wurde erzählt, dass beide nicht wirklich politisch sind. Özil und Gündogan haben dieses Verhalten und diesen Auftritt in seiner politischen Wirksamkeit völlig unterschätzt. – Hanna Voss, taz-Redakteurin

Problemfeld: Nachwuchszentren

Außerdem hat Hanna Voss Nachwuchsleistungszentren des DFB besucht. Dort hat sie beobachten können, wie viel Zeit Kinder und Jugendliche mit dem Training verbringen. Neben der Schule bleibe dort oft wenig Zeit für anderes – auch nicht für politische Bildung.

Die Kinder wollen Profi werden. Und der DFB will, dass sie diesen Traum verfolgen , dass sie ihre Leistungen bringen und nicht so viel Abseitiges machen. Da müsste man sich seitens des DFBs mehr mit beschäftigen. – Hanna Voss

Hanna Voss von der taz spricht im Podcast mit detektor.fm-Moderator Lars-Hendrik Setz über die Debatte um die DFB-Nationalspieler Ilkay Gündogan und Mesut Özil. Außerdem blicken beide gemeinsam mit Moderatorin Barbara Butscher auf das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft. Und taz-Korrespondent Johannes Kopp erzählt von der guten Laune in Moskau.

Johannes_KoppMoskau ist so eine Art Drehkreuz dieser Weltmeisterschaft. Das ist das Besondere dieser WM. Das macht Moskau gerade besonders bunt. Dazu kommt die kollektiv gute Laune der Russen. Und dadurch ist es plötzlich richtig warm geworden in der Stadt. Johannes Koppist für die taz in Moskau und schreibt über die WM. 

Alle Folgen können Sie von Montag bis Freitag ab 10.15 Uhr im detektor.fm-Wortstream hören und jederzeit und überall im Podcast „Russisch Brot“.


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