Schachweltmeisterschaft

Immer noch Nische?

27.11.2018

Am Mittwoch entscheidet sich in London, wer Schachweltmeister wird. Nicht zuletzt durch den Kontrahenten Magnus Carlsen ist der Sport in den letzten Jahren wieder populärer geworden.

Zwölf Partien Gleichstand

Wer wird wohl die Schachweltmeisterschaft 2018 gewinnen? Wenn Magnus Carlsen und Fabiano Caruana sich am Mittwoch gegenüber sitzen, dann wird eine Entscheidung fallen. Alle ihre bisherigen Partien wurden mit Remis, also Unentschieden, beendet. Es kann aber natürlich nur einen Gewinner geben. Deshalb entscheidet die letzte Partie über den Weltmeistertitel.

Viel gejubelt wird nicht bei den Spielen. Aber nichtsdestotrotz sind die Menschen schon emotional und fiebern mit. Denn es ist schon ein Traum, den beiden besten Spielern der Welt so hautnah zuschauen zu können. – Marcus Fenner, Geschäftsführer des Deutschen Schachbundes

Außergewöhnliche Schachweltmeisterschaft 2018

Zwölf Spiele ohne Gewinner, das hat es bisher bei keiner Schachweltmeisterschaft gegeben. Und auch die Spieler sind außergewöhnlich. Beide erlangten ihre Großmeistertitel im sehr jungen Alter: Magnus Carlsen hat sich den Titel mit 13 Jahren erspielt und Fabiano Caruana mit 14 Jahren.

Schachfieber auch in Deutschland

Auch die deutschen Vereine haben in den letzten Jahren Mitglieder gewonnen. Der Deutsche Schachbund zählt derzeit 89.000 Mitglieder in 2.400 Vereinen. Der Verbund gehört somit zu den größten Schachverbänden der Welt. Aber auch Schach-Apps und Internetschachspiele locken junge Leute. Nicht zuletzt Schach als Unterrichtsfach in Schulen hat für die wachsende Schachbegeisterung gesorgt. Zudem tritt der amtierende Schachweltmeister Magnus Carlsen im Vergleich zu vorherigen Weltmeistern sehr medienwirksam auf und sorgt seinerseits für die wachsende Popularität des Sports.

Magnus Carlsen ist ein sehr großer Star. Er ist 27 Jahre alt, sehr fotogen und sehr extrovertiert. Er hat Schach auf jeden Fall einen Popularitätsschub gegeben. – Marcus Fenner

detektor.fm-Moderatorin Juliane Neubauer spricht mit Marcus Fenner über die Schachbegeisterung in Deutschland und das letzte Spiel der Schachweltmeisterschaft, das am Mittwoch in London stattfinden wird. Fenner ist Geschäftsführer des Deutschen Schachbundes.

Marcus FennerDas schöne am Schach ist, dass man es sein ganzes Leben lang spielen kann. Marcus Fennerspielt Schach seit seinem sechsten Lebensjahr und ist Geschäftsführer bei dem deutschen Schachbund. 

Redaktion: Clara Schulze