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Immer unter Druck: Schiedsrichter beim DFB. Foto: decidere allo stato | CC BY 2.0 | assillo / flickr.com

DFB-Schiedsrichter-Streit um Manuel Gräfe

Vetternwirtschaft beim DFB?

Der Schiedsrichter – er ist das lebende Symbol des Sportgeists, der Fairness. Das gilt anscheinend nicht für die Schiri-Chef-Etage des DFB. Der Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe bringt seit geraumer Zeit Vorwürfe der Vetternwirtschaft und des Machtmissbrauchs gegen den DFB vor. Nun kam es zum offenen Streit.

Manuel Gräfe gegen den DFB

Manuel Gräfe prangert an – und zwar niemand geringeren als die Schiedsrichter-Chefetage des Deutschen Fußball Bunds (DFB). Die Vorwürfe des renommierten Bundesliga-Schiedsrichters lauten Intransparenz, Vetternwirtschaft und Machtmissbrauch. So soll die Auswahl der Schiedsrichter für Fußballspiele nicht nach den Kriterien der Leistung, sondern nach persönlichen Präferenzen gefallen sein.

Der Vorwurf lautete konkret: Sie hatten ihre Lieblinge, haben einige bevorteilt, andere benachteiligt. Es gab auch den Vorwurf des Mobbings, dass Leute an den Pranger gestellt worden sind, bei Schiedsrichter-Versammlungen und bei Lehrgängen beispielsweise. –  Alex Feuerherdt, freier Publizist

Für den etablierten Bundesliga-Schiedsrichter sind die genannten Machenschaften der DFB-Funktionäre sehr problematisch. Wenn unqualifizierte Schiedsrichter zu früh große Spiele pfiffen, würde der Ruf aller leiden. Und bekanntermaßen sei der Schiedsrichter-Beruf sowieso starken Belastungen ausgesetzt.

Keine Einigung in Sicht

Aus den zunächst internen Anschuldigungen ist inzwischen ein öffentlicher Streit geworden. Bereits im August veröffentlichte der Tagesspiegel ein Interview mit Gräfe, in dem er die Machenschaften des DFB verurteilte. Am Dienstagabend kam es nun zu einem erneuten Krisengespräch. Dazu traf sich Gräfe in Frankfurt mit den Hauptangeklagten Herbert Fandel, Vorsitzender des DFB Schiedsrichter-Ausschusses und Hellmut Krug, DFB-Schiri-Manager. Ebenfalls dabei waren DFB-Direktor Willi Hink und der Vorsitzende der Elitekommission Lutz Michael Fröhlich. Bei dem Gespräch erhielt Gräfe Unterstützung vom Sprecher der Bundesliga-Schiedsrichter Felix Brych. Der berichtete von ähnlichen Erfahrungen seinerseits und von anderen Schiedsrichtern.

Wenn zwei solche guten, langjährigen, Hochklasse-pfeifenden Schiedsrichter den Weg an die Öffentlichkeit wählen, oder zumindest an die Öffentlichkeit dringt, was die für Probleme haben, dann muss da schon ganz schön was im Argen liegen. – Alex Feuerherdt

Das Gespräch führte jedoch zu keiner Annäherung. Stattdessen untermauerte Manuel Gräfe seine Position mit einer öffentlichen Erklärung. In dieser betonte er die Dringlichkeit der Angelegenheit und forderte den DFB auf Konsequenzen zu ziehen.

detekor.fm-Moderatorin Isabel Woop hat mit Alex Feuerherdt vom Schiedsrichter-Podcast Collinas Erben über die Hintergründe und die Tragweite des Streits zwischen DFB und Schiedsrichter Manuel Gräfe gesprochen.

Man merkt ihm sein Anliegen deutlich an. Und ich habe auch nicht den Eindruck, dass da persönliche Befindlichkeiten eine Rolle spielen. Zumal er keine Karriere-Ziele mehr haben kann. Er hat im Grunde genommen schon alles erreicht.Alex Feuerherdt
Alex Feuerherdt im Gesprache ueber den Schiedsrichterstreit mit dem DFB 14:10

Redaktion: Julian Christ

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