Kampf gegen Fake News: Schmalbart legt los

Fakten statt Hetze

13.01.2017

,,Ihr seid Fake News!'' Der Spruch stammt diesmal nicht von Donald Trump, sondern vom Online-Netzwerk Schmalbart. Ein Verband von rund 200 Journalisten kündigt Falschmeldungen den Kampf an. Morgen trifft sich die Initiative erstmals in Berlin. Mitarbeit ist erwünscht.

Schmalbart: Die Antwort auf systematische Hetze?

Fake News oder Fakten? Es ist nicht immer leicht, im medialen Überangebot diese Frage zu beantworten. Diese Unsicherheiten nutzte der amerikanische Medienkonzern Breitbart, auch im amerikanischen Wahlkampf. Steve Bannon, der Kopf hinter Breitbart, wird nun Donald Trumps Chefstratege.

Breitbart hetzte mit seinen Artikeln gegen den Islam oder ausländische US-Bürger und berief sich dabei auf angeblich seriöse Quelle. Mehrere Medien bezweifeln jedoch, dass das irgendetwas mit zuverlässiger Berichterstattung zu tun hat.

Breitbart ist ganz klar aktivistisch. Von vornherein ist es das Ziel, zu entsprechendem Wahlverhalten zu führen. – Christoph Kappes, Initiator von Schmalbart

Im europäischen Wahljahr 2017 soll Breitbart nun auch in Frankreich und Deutschland Fuß fassen. Damit das nicht unwidersprochen bleibt, gibt es nun eine Antwort: Schmalbart.

Dem Online-Stammtisch Paroli bieten

Weniger plumpe Thesen skandieren, sondern mehr fokussierte Antworten liefern – das ist das erklärte Ziel der Initiative Schmalbart. Man will in Online-Debatten als Argumentationshilfe dienen.

Es gibt wenig verdichtete politische Aussagen. Lange politische Dossiers sind in Diskussionsforen einfach unbrauchbar. – Christoph Kappes

Schmalbart möchte dem Nutzer schnellere, kompaktere Antworten liefern, ohne dabei den Wahrheitsgehalt zu vermindern. Denn oftmals habe man im Zuge einer Diskussion einfach nicht die Zeit, längere Texte zu analysieren.

Im Idealfall gibt der Nutzer bei Schmalbart Suchanfragen ein wie beispielsweise zum Bildungsgrad syrischer Geflüchteter im Jahr 2016. Die Antwort soll begründet, schnell verständlich und natürlich viral teilbar sein.

Als Kollektiv im Netz Gewicht erzeugen

Um Aufmerksamkeit im Netz zu erlangen, soll eine aktive Gemeinschaft entstehen. Rund 200 Journalisten machen bisher mit, schon bald soll sich diese Zahl in vierstelligen Bereich entwickeln. Der Plan: Von vielen geteilte Beiträge in sozialen Netzwerken führen zu einer häufigeren Anzeige bei Suchmaschinen und in persönlichen Timelines.

Die finanzielle Unabhängigkeit ist den Initiatoren besonders wichtig. Das Netzwerk finanziert sich vor allem durch Spenden. Zusätzlich hofft man auf die Zusammenarbeit mit Stiftungen oder NGOs. Auch der Verkauf von produzierten Medienartikeln steht im Raum. Zudem arbeiten die meisten Teilnehmer bisher ehrenamtlich.

Über die Ideen hinter Schmalbart und die Zukunftspläne dafür hat detektor.fm-Moderator Alexander Hertel mit Schmalbart-Mitbegründer Christoph Kappes gesprochen.

Christoph KappesWir wollen die Diskussionen bei Facebook strukturieren und Argumentationshilfe sein.Christoph Kappessieht das Projekt Schmalbart noch in den Anfängen, hat aber ambitionierte Pläne dafür.