Crowdfunding für Republik.ch: Ein Tag, eine Million

New Kid on the Block

27.04.2017

Innerhalb von 24 Stunden mehr als eine Millionen Euro einnehmen? Das ist dem Crowdfunding-Projekt Republik.ch gelungen. Dahinter steckt ein Team von Journalisten, das in der Schweiz eine neue, digitale und vor allem unabhängige Zeitung etablieren will. Die Idee findet offenbar große Zustimmung. Warum das so ist, erklärt uns Otfried Jarren.

In Deutschland gibt es diverse private und öffentliche Sender, Redaktionen und Medienhäuser. Die Sprache ist immer Deutsch. In der Schweiz ist die Medienlandschaft kleinteiliger. Es gibt mit Französisch, Deutsch und Italienisch drei verschiedene Sprachen, in denen publiziert wird. Das macht es schwieriger für Plattformen, überregional zu publizieren.

Wem der Club gehört, der bestimmt auch die Musik.

Verschiedene Sprachen, verschiedene Meinungen? Denkste. So kleinteilig die Schweiz auch erscheint, so bestimmen doch nur wenige Verlage die dortige Medienlandschaft. Denen gehört ein Großteil der schweizerischen Print- und Onlinemedien. Das bedeutet auch, dass der Informationsfluss und die öffentliche Meinungsbildung überregional oft nicht vielfältig genug sind. Der Journalismus also, der ist kaputt und soll nun wieder repariert werden, findet das Team hinter republik.ch.

Republik.ch in den Startlöchern

Was steckt dahinter? Eine Gruppe aus Journalisten, Start-up-, Kommunikations-, Organisations- und IT-Spezialistinnen wollen eine Online-Zeitung schaffen, die unabhängigen Journalismus für die ganze Schweiz produziert. Republik.ch wird bereits von verschiedenen Investoren unterstützt. Um aber sicherzustellen, dass es ein öffentliches Interesse an der Idee gibt, haben die Gründer entschieden, eine Crowdfunding-Kampagne zu starten.

Gegen eine Spende von 240 Schweizer Franken (ca. 222 €) erhalten die Unterstützer ein Jahres-Abo. Das Crowdfunding-Projekt hatte Erfolg, unfassbaren Erfolg. Keine acht Stunden, nachdem die Kampagne gestartet war, hat das Team um die Gründer Christoph Moser und Constantin Seibt ihr Ziel erreicht. 750.000 Schweizer Franken und 3.000 zukünftige Abonnenten. Aktuell nähern sie sich der Marke von 2 Millionen Schweizer Franken.

Warum dieses Vorhaben so erfolgreich ist und was es über die Medienlandschaft in der Schweiz aussagt, darüber hat detektor.fm-Moderatorin Marie Landes mit Otfried Jarren gesprochen. Er ist Professor am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich.