Sierra Leone: Der Verein Forikolo klärt Menschen über Ebola auf

Ebola: Hilferuf aus Kaffu Bullom

10.10.2014

Normalerweise kümmert sich der Entwicklungshilfeverein Forikolo e.V. um den Aufbau von Schulen in Sierra Leone. Doch die dortige Ebola-Epidemie geht nicht spurlos am Verein vorbei. Statt aufzubauen, muss Forikolo erst einmal versuchen, die Krankheit einzudämmen. Über die Hilfe vor Ort haben wir mit dem Vorstandsvorsitzenden Stefan Klenk gesprochen.

Der Entwicklungshilfeverein Forikolo e.V. möchte Kindern und Jugendlichen im westafrikanischen Land Sierra Leone eine Schulausbildung ermöglichen. Außerdem betreut Forikolo Agrarprojekte, damit kleine Dörfer sich selbst versorgen können. Sind die Kinder satt, dann können sie sich auch im Unterricht konzentrieren. Acht Schulen stehen bereits und bieten Platz für jeweils rund 200 Kinder. Zwei weitere Schulen werden derzeit gebaut. Doch diese Projekte mussten auf Grund der derzeit grassierenden Ebola-Epidemie vorerst eingestellt werden.

Nun hilft der Verein aktiv bei der Bekämpfung von Ebola mit. Dass die Hilfe offensichtlich benötigt wird, zeigt ein Brief, der den Verein vergangene Woche erreichte:

Ich, oberster Stammesführer […] des Port Loko Distrikt erbitte hiermit Hilfe im Kampf gegen die schreckliche Ebola-Epidemie, die derzeit in unserem Land wütet. Jeden Tag sterben mehr Menschen und wir gehen Schritt für Schritt in die Katastrophe.

Forikolo hilft vor allem bei dier Aufklärung derer, die sich noch nicht infiziert haben.

Zahl der Ebola-Infizierten verdoppelt sich alle drei Wochen

600 Opfer der Ebola-Epidemie soll es in Sierra Leone bereits geben. Zudem steigt die Zahl der Neuinfektionen rasant. Wenn die Experteneinschätzungen stimmen, dann ist bis Anfang nächsten Jahres mit 1,5 Millionen infizierten Menschen in Westafrika zu rechnen.

Bei ihrer Aufklärungsarbeit stoßen die Helfer immer wieder auf Widerstand. Die Menschen in Sierra Leone haben scheinbar ganz eigene Vorstellungen, wie das Virus übertragen wird. Manche Theorien seien dabei nicht immer medizinisch begründet, sagt Entwicklungshelfer Stefan Klenk, Vorsitzender des Forikolo-Vereins. Manchmal sei es sehr schwierig, gegen traditionelle Ansichten anzugehen, sagt er.

Verteidigungsministerin von der Leyen kann Versprechen nicht einhalten

Erst Mitte September hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Menschen aufgerufen, freiwillig in den Krisengebieten zu helfen. Jeder Infizierte könne danach sofort mit einem Hilfstransport wieder nach Deutschland gebracht werden, versprach sie. Nun berichtet der Spiegel, dass die Bundeswehr gar nicht die Kapazitäten habe, im Notfall deutsche Helfer zurückzuholen.

Von deutscher Seite gibt es nach Ansicht von Klenk immer noch viel zu wenige Helfer, die sich in Westafrika engagieren. Über dieses Problemund die Arbeit des Vereins vor Ort haben wir mit ihm gesprochen.

Stefan Lenk, Vorsitzender des Forikolo e.V. in LeipzigWarum hat die westliche Welt mit ihren Möglichkeiten nicht schon viel eher reagiert? Stefan Klenkist Vorsitzender des Forikolo e.V.