Stadtgespräch | Bürgerbus in Hamburg-Niendorf

Lücken schließen

13.02.2019

Weil der öffentliche Nahverkehr zu weit weg ist, müssen die Hamburger Bürger im Stadtteil Niendorf selbst ans Steuer. Sie haben einen "Bürgerbus" ins Leben gerufen. Der soll die Lücken im öffentlichen Nahverkehr schließen.

Bürgerbus statt ÖPNV

Im Hamburger Ortsteil Niendorf-Ost ist der Bus zu weit weg. Niendorf ist mit etwa 5 000 Einwohnern zwar ein dünn besiedeltes Gebiet. Dennoch ist die Gemeinde auf eine gute Anbindung angewiesen. Gerade für die älteren Bewohner ist der Weg zur nächsten Haltestelle einfach zu lang. Einkäufe oder Arztbesuche sind für sie so nur sehr schwer möglich.

Damit die älteren Menschen nicht wegziehen müssen, hat der Regionalbeauftragte Michael Freitag überlegt, was man denn machen könne. Nun hat die Regionalverwaltung die Einführung eines Bürgerbusses genehmigt. Bürger übernehmen ehrenamtlich Fahrdienste, um die Lücken im öffentlichen Nahverkehr zu schließen.

Niendorf ist sicherlich nicht die einzige Lücke im Rahmen des Hamburger Verkehrsverbundes, wo es nur einen ausgedünnten oder gar keinen ÖPNV gibt. – Klaus-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn

Verantwortung der Stadt

Dass Bürger sich für ihren Stadtteil engagieren, ist natürlich begrüßenswert. Aber inwiefern ist das auch ihre Verantwortung? Die Einrichtung der öffentlichen Beförderung obliegt eigentlich der Bezirksregierung. Immerhin: Die Regionalverwaltung übernimmt die Kosten für die Anschaffung des Bürgerbusses. Damit Einwohner dieses Angebot nutzen können, müssen sie sich dennoch extra anmelden und einen Tarif zahlen.

Über die Organisation des öffentlichen Nahverkehrs in Hamburg-Niendorf hat detektor.fm-Moderatorin Eva Morlang mit Klaus-Peter Naumann gesprochen.

BürgerbusDie Stadt spart auf diese Weise Personalkosten. Den Wunsch kann man vielleicht noch nachvollziehen. Auf der anderen Seite gehört öffentlicher Personennahverkehr eigentlich zur sogenannten Daseinsversorgung.Klaus-Peter Naumannist Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbandes "Pro Bahn" 

Redaktion: Johannes Rau